Baur, Johann Wilhelm, ein berühmter Miniaturmaler und Kupferstecher , geb. zu Straßburg 1600 (nach andern 1610), gest. zu Wien 1610. Sein Meister war Friedrich Brentel, der kleine Gemälde mit ausserordentlichem Fleisse in Wasserfarben malte. Allein Baur hatte ein grösseres Talent und daher übertraf er bald seinen Lehrer durch eine leichte und geistreiche Behandlung und durch eine lebensvolle Wärme, die in allen seinen Gemälden herrscht. Seine Figuren haben Bewegung, sind aber nicht immer correct gezeichnet. Dagegen aber ist seine Composition und seine Einsicht in die Perspektive zu rühmen. Nachdem Baur sich seiner künstlerischen Kraft bewusst war, zog es ihn nach Italien , wo er an dem Herzoge von Bracciano und dem Prinzen Giustiniani zwei grosse Gönner und Verherrlicher seiner Kunst fand. In Rom malte er Paläste, Gärten, Ruinen, Seehäfen, und zeichnete die meisten seiner Landschaften in der Villa Madama, wo sich die schönsten Bäume, die herrlichsten Cascaden und die prächtigsten Fontainen seinem Blicke darboten. Das Verlangen, Schiffe und Seestücke zu malen, führte ihn nach Neapel , allein er konnte nur kurze Zeit hier verweilen, indem er wegen einer jungen Römerin diesen schönen Aufenthalt verlassen musste. Nach Rom zurückgekehrt, fand er zu Frascati und Tivoli Gegenstände zu malerischen Darstellungen und auch in Venedig fanden seine kleinen Gemälde viel Beifall. Später ging er nach Wien, wo ihn Kaiser Ferdinand III. in seine Dienste nahm. Das kaiserliche Cabinet besass auch die meisten Gemälde von Baur, so dass dieser Hof oft andern fürstlichen Häusern damit Geschenke machte. Einige Gemälde von Baur findet man auch im sogenannten Miniaturzimmer der k. Residenz zu München.
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