Bary, James

Bary, James, Maler und Kupferstecher , geb. zu Cork in Irland um 1740, gest. zu London 1806. Die Urtheile über diesen Künstler, den man zu den besten und berühmtesten der britischen Nation zählt, sind in Deutschland und England ganz verschieden. Ein eng- lischer Kunstrichter (Ed. Rev. 1821) nennt ihn zwar genial, aber exzentrisch, und zählt ihn zu denjenigen Künstlern, welche die Natur verachten und von ihr verachtet werden. Nichts in der Welt konnte er, nach der Meinung des Referenten, treu und ähnlich abbilden, und wollte er es versuchen, so glich er einem ‚betrun- kenen Reiter.“ Darum habe er sich auf das Fach des großen Styls geworfen, der, wie der Mantel der christlichen Liebe, alle übrigen Mängel zudecke. Zwar seien einige Figuren und Grup- pen in seinem Gemälde der olympischen Spiele schön nach der Antik gezeichnet, allein in der Färbung und dem Ausdruck gli- chen sie den indianischen Wilden. Grösseres Verdienst räumen Bary’s Landsleute noch dessen schriftlichen Mittheilungen über die Kunst ein.

Zwei Schöss-Sünden dieses Künstlers, dessen von Natur kraft- volle und thätige Seele in Schwärmerei glühte, waren, nach dem Urtheile englischer Kunstrichter, eine beleidigende Sonderbarkeit der Sitten als Mensch, und eine hastige liederliche und skizzen- hafte Nachahmung als Maler. In Rücksicht auf Farbe und Behand- lung scheint er alle der Frescomalerei inwohnenden Unvollkom- menheiten auf die Ölmalerei übertragen zu wollen; das Colorit blieb in allen seinen Werken hart, rauh, undurchsichtig, misston- ig und metallisch.

Seine Art zu studiren war von der der guten Meister ganz ver- schieden. Wenn er nach Antiken zeichnete, so that er es mittelst einer mechanischen Vorrichtung, der Delineator genannt; er malte nicht nach der Natur, keine Porträts, daher ihm auch kein Vor- rath von charakterisirter Mannigfaltigkeit ward; er verachtete alle Vorübungen dieser Art als unnöthig und unter seiner Würde, so dass er sich nach seiner Zurückkunft von Rom den Unwillen seines Gönners Reynolds zuzog, indem er den zwei Jahre wiederholten Bitten, ihm zu seinem Bildnis zu sitzen, aus dem Wege ging.

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