Bartsch XII 17 meint, diejenigen gehen zu weit, welche Andreani’s Talent demjenigen von Hugo da Carpi gleich schätzen, da viele Blätter, welche seinen Namen oder Monogramm tragen, von Hugo da Carpi, Anton von Trenta, Nicolaus von Vicenza u. a. geschickteren Männern als er selbst war, geschnitten worden, deren Stücke er an sich gebracht und auf welchen er den Namen der eigentlichen Künstler ausgelöscht, und dafür den seinigen gesetzt
Ihm halfen also Künstler, deren Fertigkeit in Zeichnen die
seine weit übertraf. So soll z. B. sein berühmter Triumph des
Cäsar vom Mantuaner-Maler, Bernard Malpizzi, gezeichnet, und
vielleicht auch beim Schneiden des Blattes Manches der Sorgfalt
dieses letzteren zu verdanken sein.
Die guten Abdrücke von Andreani’s Werken sind selten. Bartsch
beschreibt von ihm 25 Stücke; zwei zweifelhafte und fünf,
welche sein Zeichen tragen, aber von anderen geschnitten worden sind.
Brulliot erwähnt in der neuen Ausgabe des dictionnaire des monog. I. 583
noch einer in Holz geschnittenen Kreuztragung, nach F. Yanni,
welche Bartsch nicht kannte; ferner eine ornamentkrönung, nach
Titian, ebenfalls in Holz geschnitten und mit A. M. bezeichnet
(in einander verschlungen). Das Blatt mit diesem Monogramme,
ein Werk unsers Künstlers, ist 12 Z. hoch und 8 Z. 4 L. breit.
Verzeichnis seiner Blätter nach Bartsch:
Eva, die sich mit dem Feigenblatte bedeckt, nach dem Fußboden
des Domes zu Siena , von Beccafumi gezeichnet; von drei
Stöcken. H. 17 Z., Br. 11 Z. 8 L.
Abrahamg Opferung Isaaks; von drei Stöcken. H. 63 Z., Br.
Moses, der die Gesetztafeln zerbricht. Br. 68 Z., H. 46 Z. Zum
Fußboden des Sieneser Domes gehört.
Pharaos Untergang im rothen Meere; nach Titian; von zwei
Stöcken. Pilatus wäscht sich die Hände; nach J. v. Bologna. Br. 23 Z.
9 L., H. 16 Z. 2 L.
Die Kreuztragung, nach Casolano; von drei Stöcken. H. 11 Z.
Die Grablegung, nach Rafael Motta; von vier Stöcken. H. 15 Z.
3 L., Br. 12 Z.
Derselbe Gegenstand, nach Jos. Scolari; von vier Stöcken. H. 25 Z.,
Br. 16 Z.
Die heil. Familie, nach Casolano; von drei Stöcken. H. 14 Z.,
Br. 7 Z. 6 L.
Die sitzende Madonna mit dem Kinde, nach demselben; von vier
Stöcken. H. 10 Z. 6 L., Br. 8 Z.
Die Madonna mit dem Kinde, dem St. Johann einen Vogel
reicht, nach Ligozzi; von vier Stöcken. H. 45 Z. 6 L., Br.
42 Z. 4 L.
St. Franz von Assisi, nach Casolano; von drei Stöcken. H. 10 Z.;
6 L., Br. 8 Z. 3 L.
Christi Triumph, auf einem Siegeswagen von den symbolischen
Tieren der Apostel gezogen, nach Titian; von einem Stöcke,
auf acht mit A – H numerierten Blättern. Br. 44 Z., H. 14 Z.
3 L. 4 L. – Äusserst selten. Man hat davon eine kleine Kopie von
de Bry.
Der Raub der Sabinerinnen, von drei verschiedenen Seiten,
nach Joh. da Bologna; theils von drei, theils von zwei Stöcken.
Die beiden ersten 16 Z. 4 L. hoch, 7 Z. 5 L. breit,
das dritte 16 Z. 7 L. hoch und 9 Z. 5 L. breit.
Der Raub mehrerer Sabinerinnen, nach Joh. da Bologna; auf
6 Blättern von vier Stöcken. Br. 35 Z., H. 27 Z. 8 L.
Mucius Scävola, nach P. Peruzzi; von drei Stöcken. H. 10 Z.,
Br. 7 Z. 10 L.
Der Triumph Cäsars, nach Mantegna; von vier Stöcken in 9 Bl.,
jedes 13 Z. 7 L. ins Gevierte. Zur ganzen Folge gehört
daneben das Brustbild des Herzogs Vincenz Gonzaga von Man-
tua, von zwei Stöcken, in gleicher Grösse wie die Hauptblätter.
ter, und ein zweites (17 Zoll breites) Blatt mit 6 corinthischen Säulen, und drei noch auf einem dritten besondern Blatte, um „solche zwischen die 0 Hauptblätter zu stellen.
Circe, die den Gefährten des Ulysses zu trinken gibt; von zwei Stöcken. Br. 10 Z. 6'L., H. 9 Z. 1 L, Zweitelhaft ob von Andreani.
Die Nymphen im Bade, nach Parmesan, wie das! vorhergehende; von drei Stöcken. H. 10 Z. 8 L., Br. 7 Z. 4 L.
„ Die Tugend, nach Ligozzi, von vier Stöcken. H. 17 Z. 10 L., Br. 12 Z. E Z
„ Ein Emblem auf den Tod, die drei Parzen, Adam und Eva und der Tod, nebst andern Figuren, nach J. Fortuna Fortunius H. 18 Z. 8 L., Br. 12 Z. 6 L.
„ Die Christin in Betrachtung über einem Todtenkopfe, nach Ca- solano; von drei Stöcken. H. 10 Z. 6 L., Br. 7 Z. 6 L.
Das Feuer unter der Frau, nach Malpizzi; von vier Stöcken. Br. 10 Z. 8 L., H. 7 Z.3L.
Ein Todtenkopf in natürlicher Grösse; von vier Stöcken. Br. 12 Z. 6 L., H. 10 Z.3L.,
Die Anbetung der Weisen, nach Luini; von .drei Stöcken. H. 14 Z. 2 L., Br. 10 Z. 3 L.
Der christliche Held, nach B. Franco; von drei Stöcken. H. 13 Z. 3 L., Br. 10 Z. 5 L.
Die beiden letztern Blätter sind ungewiss.
Dann nennt Bartsch noch 16 Bl., welche Andreani’s Chiffre tra- gen, aber alle von andern Künstlern geschnitten seyn sollen.
Man hat bisweilen die Blätter Altdorfer’s für die des Andreani genommen, was nach Joubert die Ähnlichkeit des Monogramms veranlasst haben mag.
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