Bartsch VI, 80 ff. beschreibt 38 Blätter, die diesem Meister zuge- schrieben werden, meistens heilige Geschichten vorstellend. Das Hauptblatt des Künstlers ist:
Das Urtheil Salomons, F. V. B. bezeichnet; H. 9 Z. 9 L., Br. 8 Z. 2 L. Christus und die 12 Apostel; 13 Bl.; H. 6 Z. 6—9 L., Br. 3 Z. — 7 L. Bei Frauenholz wurde ein einzelnes Blatt aus dieser Folge um 12 fl. 12 kr. bezahlt, Die Verkündigung; H. 7 Z. 4 L., Br. 6 L. Ein Heiliger, in der einen Hand ein Buch, in der andern ein Kreuz haltend; H. 6 Z. 8 L., Br. 3 Z. 7 L. Galt bei Silvester 76 Fr. mit drei andern Stücken, die dem Bocholt zugeschrieben werden, bezeichnet W. A. und B. B. Die 12 Apostel, 12 Blätter; H. 3 Z. 3 L., Br. 2 L. Der Mönch, welcher einem Mädchen Gewalt antun will; H. 5 Z. 10 L., Br. 4 Z. 4 L. Der Soldat in der Stellung des Angriffes. Auf diesem Blatte hat I. v. Meckenen die Buchstaben FVB in IV M verändert, doch unterscheidet man noch das B im Samson erwürgt den Löwen; H. 5 Z. 5 L., Br. 3 Z. 6 L. etc., Höchst selten ist das Blatt, welches St. Lucas und Maria vor- stellt. Ein Abdruck befindet sich im k. Kupferstich-Cabinet zu Dresden.
Bock, Hans oder Hieronymus. Siehe H. Holbein. Bock, Christoph Wilhelm, Kupferstecher, geb. zu Nürnberg 1754, woselbst sein Vater Ceremonienmeister des Patriziats war. Seine ersten Lehrer im Fache der Kunst waren der damalige Akademiedirektor Preissler und der Kupferstecher Nussbiegel zu Nürnberg. Später machte er unter Bause und Oeser in Leipzig seine Schule, ingleichen daselbst die Bekanntschaft des berühmten Chodowiecky. Auch hörte er dort zu gleicher Zeit einige akade- mische Vorlesungen, und kehrte nach zwei Jahren von Leipzig in seine Vaterstadt Nürnberg zurück. Von hier aus erhielt er nebst seinem jüngern Bruder einen Ruf an die Militärakademie zu Brüs- sel, wo zu jener Zeit unter der Leitung des General Grafen von Ferrari die bekannte Charte von Belgien gefertigt wurde, an wel- cher auch Bock zwei Jahre hindurch eifrig mitarbeitete. Nach Ab- lauf dieses Zeitraums unternahm er eine Kunstreise nach Wien,
und hatte daselbst das Glück, Joseph des II. wohlgetroffenes, von ihm daselbst gefertigtes, Portrait dem Kaiser persönlich zu über- reichen.
Seit dem Jahre 1780 lebt nun Bock in seiner Vaterstadt, und be- schäftigt sich ununterbrochen mit Portraitiren, in welchem er es hinsichtlich des Treffens unbestreitbar zur Meisterschaft gebracht hat. Abgesehen aber von diesem glücklichen Talent ist auch die Anzahl seiner Arbeiten, die sich auf 12 bis 1300 Stücke beläuft, gewiss eine seltene. Er erfreute sich aber auch desshalb eines all- gemeinen Beifall’s, und wurde unter Andern auch von dem Erz- herzoge Ferdinand von Österreich im Jahre 1806 durch ein sehr schmeichelhaftes Schreiben überrascht, und zwar wegen des so wohl getroffenen Portraits des in der Aktion bei Eschenau tödtlich verwundeten Generals Mezeri. Auch befand sich Bock im Jahre 1828 bei der Grundsteinlegung der Bildsäule Albrecht Dürers wegen seines Alters an der Spitze der Nürnberger Künstler; denn unlängst erst, somit als 80jähriger Veteran der Künstler seiner Vaterstadt, hat er das Portrait Napoleon’s und ein vortreffliches von Friedrich dem Crossen in Kupfer gestochen und so eben auch sein einziges wohlgetroffenes Bildnis vollendet.
Bock war 2mal verheiratet; die Seinigen sind jedoch alle längst gestorben. Eine Tochter Wilhelmine zeichnete sich durch Malen und Orgelspielen aus, und versah einige Mal in der vormaligen Dominikaner-Kirche das Orgelspiel.
Die Werke dieses Künstlers bestehen aus Portraiten, Landschaften und historischen Gegenständen, in Punktir- und Linienmanier. Auch in der Ätzkunst hat er sich versucht. In letzter Gattung kennt man von ihm eine Folge von 18 Landschaften nach Bemmel, in Gemeinschaft mit seinem Bruder J. Christoph verfertiget, und die Kupfer nach den von B. A. von Bemmel hinterlassenen Thierzeichnungen für junge Liebhaber des Nachzeichnens. Seine
gestochenen Bildnisse sind sehr zahlreich, darunter eine Folge nach
den Malereien und Handrissen großer Meister. Mehrere stehen auch vor dem Journal von und für Deutschland (1786–1802); fer- ner sind alle Bildnisse von seiner Hand, welche sich in der erst von ihm, hernach von J. Ph. Moser herausgegebenen Sammlung von Portraiten gelehrter Männer und Künstler befinden u. s. w.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_043rAAAAMAAJ