Barth, Carl. — Barthe, Girard de la. 289
verschiedenen Zeiten geliefert und namentlich waren es auch die herr- lichen Kunstschätze der bayrischen Hauptstadt, welche den Künst- ler beim Studium begeisterten. Später suchte er in Rom die Weihe des ächten Künstlers zu empfangen und von dieser Zeit an lieferte er mehrere treffliche Werke. Das erste, durch welches er sich 1818 in Rom bekannt machte, war das schöne Portrait des Malers C. Fohr. Daselbst arbeitete er auch mit Amsler am Titelblatte zu Cornelius Niebelungen, einem Blatte, das beiden Künstlern zu gros- ser Ehre gereicht,
Durch seinen Christuskopf nach Holbein; kl, fol., hat er sich unter die ausgezeichnetsten Stecher gestellt, indem er eine ganz eigenthümliche, von wenigen Künstlern geübte Behandlungsweise darin zur grössten Vollendung gebracht hat. Das Ganze ist mit der engen Schraffirung ausgeführt, welche von den meisten Kup- ferstechern verworfen wird, weil sie zu leicht in das Harte und Metallene übergeht und weder die Weichheit des Fleisches, noch die Wirkung der Farben darin jemals erreicht worden ist. Gesicht und Hals sind mit ausnehmender Weichheit und Wahrheit darge- stellt; bewunderungswürdig Bart und Haare, und das Ganze äus- serst harmonisch gehalten. Trefflich ist auch das grosse Blatt nach Overbeck, die sieben magern Jahre darstellend, und nicht weni- ger schön die Portraite von Fried. Schlegel, von Alexander Für- sten von Thurn und Taxis, nach des Künstlers eigener Zeichnung, und jenes von Rafael, nach dem Originalgemälde in der k. Gal- lerie zu München. Die Züge des Originals sind in diesem Blatte viel treuer gegeben, als in dem von R. Morghen, welches zwar zierlicher gestochen ist, aber den Charakter weniger richtig, und ei- gentlich ganz verfehlt darstellt.
Im Musenalmanach von Chamisso und Schwab 1834 ist von Barth das Bildniss des Dichters Rückert, und jener von 1833 enthält von ihm das Portrait des Adelbert von Chamisso, nach R. Reinick’s Bild. Diese beiden Bildnisse, ersteres nach Barth’s eige- ner Zeichnung, sind lebendig und doch in edler, nachdenklicher Ruhe aufgefasst und in einer ebenso anspruchlosen, als treuen Technik ausgeführt. Es herrscht darin eine erfreuliche Mitte zwi- schen der ältern deutschen und italienischen Manier und der Eleganz der neuen Kupferstecher.
Noch erwähnen wir das Brustbild der Maria, nach Holbein; in 4.
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