Bardou, Paul Joseph, ein ausgezeichneter Porträt- und auch His- torienmaler zu Berlin . Er lieferte mehrere schöne Compositionen, worunter die durch Bolt’s Kupferstich bekannte Nonne grossen Beifall erhielt. Das Gemälde stellt die Sage dar, dass eine preussische Nonne einem Lithanoert, der ihr Gewalt anthun wollte, den Glauben beigebracht habe, sie besäße einen Zauberspruch gegen Verwundungen. Sie fordert ihn zum Beweis auf, einen Streich auf ihren Hals zu tun; er that ihn, und der schöne Kopf rollt zu
seinen Füssen. Man bewunderte in diesem Bilde die gleich schöne Zeichnung und Ausführung, tadelte aber die Wahl des Gegenstan- des, da solcher ohne vorläufige Erläuterung keinen Sinn darbietet. Andere fanden hingegen den Sinn ganz verständlich, aber einen ganz andern, als der Maler hineinlegen wollte. Aus dem vergnüg- ten Gesichte des Kosacken und seiner Stellung gehe nämlich her- vor, er stecke seinen Säbel in die Scheide, um zu einem süssen Kampfe überzugehen, und die Nonne danke dem Himmel auf den Knien für die günstige Fügung, der heil. Jungfrau endlich einmal den Rücken kehren zu dürfen. (Füssly). Im Jahre 1808 erhielt sein Oedi—sus und Antigone den Beifall der Kenner. Bardou war Mitglied der Akademie der Künste und starb 1814.
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