Barbiere, Domenico del

Barbiere, Domenico del, Maler und Kupferstecher , der zu Florenz um geboren wurde, und unter dem Namen „Domenico Fiorentino“ bekannt ist. Vasari, der den Künstler einmal irrtümlich „Damiano“ nennt, und daher auch Felibien in den Entretiens I. 523, zollt dem Barbiere großes Lob und erhebt ihn als den besten unter Rosso’s (Maître aux) Schülern. Er folgte dem letzteren nach Frankreich und stand ihm zu Fontainebleau helfreich zur Hand. Besonders sind es Stuckarbeiten, die man hier und in Meudon bewundert, denn in dieser Gattung war Domenico sehr erfahren. Auch Vasari rühmt ihn dieser Kunst wegen, und nennt ihn auch einen Zeichner von ausserordentlichem Verdienste, so wie er sein seltenes Genie in der Malerei hervorhebt. Die Kupferstiche Domenico’s zählt dieser Schriftsteller unter die Zahl der besten. Dieses Urteil Vasari’s hält Bartsch für gerecht und er weiß nichts hinzuzusetzen. Die Stiche sind fast alle mit zierlichem Stichel und sicherer Hand vollendet, besser, als man es von einem Maler, der nicht viel Zeit auf diese Kunst verwenden konnte, erwarten dürfte.

Diese Blätter, deren Bartsch XVI. 356. neun beschreibt, sind sel.

ten und mit den Initialen D F (Domenico Fiorentino) bezeichnet. Baron von Stenge]l will auch ein Monogramm gefunden haben, wel- ches das F im D vorstellt, eine Angabe, die Brulliot dict. des mo- nogrammes 1. Nro. 1527 n. ed. noch auf keinem Blatte bestätigte fand.

Noch ist zu bemerken, dass man diesen Künstler nicht mit Dom. Barriere verwechsle, welcher später zu Marseille lebte. Die Blätter, welche Bartsch verzeichnet, sind folgende: -

Die Steinigung St. Stephans. H. 10 Z. 1 L., Br. 5 Z. 9 L. Die- ses Stück, welches den Namen Domenico Fiorentino trägt, ist ein Zeugnis des Verdienstes unsers Künstlers in der Zeich-

nung und in der Stecherkunst, C Eine Gruppe von mehreren Heiligen aus Michel Angelo’s jüng- stem Gerichte gezogen. H. 15 Z. 6 L., Br. 8 Z. 2 L.

Eine andere Gruppe aus demselben Gemälde, vier Engel mit der Martersäule vorstellend. H. 7 Z. 2 L., Br. 14 Z. 0 L. -

Amphiareus cret gegen Aeneas ein Ungewitter, nach Rosso. H. 12 Z., Br. 8 Z. 0 L.

Venus und Mars mit Amor nach Rosso. H. 2 Z. 6 L., Br. 4 Z.

Eine Versammlung von Männern und Frauen, nach Primaticeio. H. 9 Z. 2 L., Br. 13 Z. 6 L. '

Der Ruhm, unter der Gestalt eines geflügelten Weibes vorgestellt, H. 10 Z. 6 L., Br. 8 Z. 2 L.

Zwei anatomische Figuren, nach Rosso. H. 8 Z. 2 L., Br. 2 Z. 3 L.

Ornamente, in welchen man eine Truppe Soldaten vorgestellt sieht. Geätzt nach einer Zeichnung Rosso’s. H. 6 Z. 4 L. Br. 6 Z. 10 L. '

Heinecke erwähnt noch eine Ruhe auf der Flucht in Aegypten, H. 13 Z. 6 L., Br. 9 Z. 10 L.

Das zweite Blatt, welches dieser Schriftsteller als Werk Barbiere’s angibt, stellt den Leichnam Christi dar, es ist aber nach Bartsch weder nach Salviati, noch von unserm Künstler, sondern von einem anonymen Meister der Schule von Fontainebleau. Heinecke wurde zu diesem Irrtum verleitet durch das nur der Feder beige- schriebene Monogramm auf einem Blatte der Kaiserlichen Sammlung zu Wien.

Heinecke eignet auch diesem Künstler fälschlich eine Folge von 20 Ansichten der Aldobrandinischen Gärten zu Tusculum zu. Die- ses Werk gehörte dem Dom. Barriere von Marseille an.

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