Bandinelli, Baccio

Bandinelli, Baccio, aus der Familie der Viviani, geb. zu Florenz 1487, gest. 1550, einer der besten Bildhauer seiner Zeit. Er ist der Sohn des berühmten Goldschmieds Michael Angelo di Vi- viano und legte sich den Namen Bandinelli, auch Bandini, selbst bei, weil er glaubte, dass er ursprünglich aus dem Hause Bandinelli von Siena abstamme. Die Anfangsgründe in der Kunst er- hielt Bandinelli in der Zeichenschule der Goldarbeiter zu Florenz, wurde ein geschickter Bildhauer und übte auch die Malerei , lieferte aber in letzter Gattung nur weniges, und dies ohne Erheblich-

Baccio rühmte sich öfters die Alten in der Plastik übertroffen zu haben. Daher entstand die Satyre Titian’s, welcher eine Zeich- nung verfertigte, worin man einen alten und zwei junge Affen in der Stellung des Laokoon erblickte.

Baccio war von Clemens VII. und von Karl V. geachtet, ersterer gab ihm ein eigenes Grundstück und machte ihn zum Ritter von St. Peter, letzterer beehrte ihn nebst dem Orden des St. Jakob mit ei- ner Commanderie. Er hatte auch Kinder, die aber unbekannt blieben.

In Cellini’s Selbstbiographie ist viel Anziehendes über Bandinelli. Heinecke führt die meisten nach seinen Sculpturen und Zeich- nungen gestochenen Blätter an.

Von diesem Künstler, der nach Mich. Angelo und Fiamingo zu den ersten Meistern gehört, befinden sich zu Florenz noch einige Werke. Auf dem Hauptaltare im Dome ist eine grosse Gruppe: Christi Leichnam von einem Engel gehalten, darüber Gott Vater sitzend in segnender Gebärde. Ferner die stark erhobenen Figuren am Fussgestelle des Gitters im Pres- biterio, von ihm und seinem Schüler Giov. dell’ Opera ausgeführt. Auf dem grossen Platze, am Eingange in den alten Palast, ist der Herkules mit Cacus zu seinen Füssen ein tüchtiges Werk Baccio’s. In der Galleria befindet sich seine Copie der Gruppe des Laokoon, ein Meisterwerk aller modernen Copien nach antiker Plastik. Die Basreliefs an den Säulenfüßen des Chores im Dome sind in der Metropolitana Fiorentina illustrata (1820) auf Taf. 18 — 28 in Um- rissen gegeben. Sie sind zum Theil wunderlich und manieriert. Baccio verfertigte auch den ersten Entwurf für das Grabmal Heinrich VIII. von England, wie Vasari II. 583 erwähnt.

Man findet von Bandinelli auch noch Zeichnungen, namentlich in England. Diese sind mit breiter Feder ausgeführt, gewöhnlich einzelne Figuren, gleich Akten. Einige derselben, besonders Com- positionen, sind in Rothstein, . auchesne in seinem Essai sur les nielles erwähnt auch eines Niello, das nach Baccio gefertigt sein könnte. Es stellt die Marter des heil. Lorenz vor, dieselbe Composition, welche Marc Anton nach Baccio gestochen. In der Ecke des Niello, welches in das Cabinet Malaspina kam, ist ein P zu sehen, was glauben machen könnte, dass es von Pollajuolo oder von Peregrini sei. Höhe 2 Z. 0 L4 Br. 3 Z. 6 L.

A. von Venedig, Beatrizet, E. Vicus, Marc Anton, N. della Casa, u. a. haben nach ihm gestochen.

Sein natürlicher Sohn Clemens hatte grosse Anlagen zur Kunst, starb aber in jungen Jahren.

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