Balduccio, Giovanni

Balduccio, Giovanni, Bildhauer, der unter die berühmtesten des 24. Jahrhunderts gehört, und zur Pisaner Schule gezählt werden muss. Balduccio war vermutlich in dem letzten Zehntel des 13. Jahrhunderts geboren, denn schon hatte er bei Sarzana das Grabmal Guarnieri’s, des Herrn von Lucca , gearbeitet, und

gegen scheint er, ein Künstler von Ruf, nach Mailand ge- kommen zu sein, wo er eine Schule gründete. Im Jahre voll- endete er die Hauptthüre der Kirche der Brera, welche er auch mit Bildsäulen schmückte. Spätere Arbeiten von der Hand dieses Künstlers kann man nicht mit Zuverlässigkeit bestimmen. In den erwähnten sind die Figuren in den Stellungen meist übertrieben,

auch sind sie steif und hart.

Man hält ihn auch für den Urheber der prächtigen Lade des hl. Peter Martyr in St. Eustorgio zu Mailand, die er verfertiget haben soll. In diesem Werke zeigt sich bereits höhere technische Vollendung, besonders in den Statuen, und daher muss selbes später als obige entstanden sein, höchst wahrscheinlich wenige Jahre nach , denn es war noch nicht vollendet.

Wenn dieses sich so verhält, so konnte Balduccio kaum Hand an die Lade gelegt haben, er müsste denn ein sehr hohes Alter erreicht haben, und es ist vielleicht sicherer, selbe als ein Werk seiner Schule zu bezeichnen. Unter den Schülern dieses Meisters aber hat wohl Bonino da Campione den meisten Ausspruch darauf,

Vasari sagt im Leben des Girol. da Carri, dass dieses Werk von Agostino und Agnolo aus Siena seyn dürfte, allein diese Mei- nung ist nicht haltbar, denn Agostino war 1348 bereits tot und Agnolo zählte 1302 wenigstens 60 Jahre. Noch weniger könnte

diese Lade von Pietro Paolo und Jacobello aus Venedig, den Schü- lern der obigen seyn, wie Cicugnara in seiner Storia della scul- tura glaubt.

Dem Balduccio, oder vielmehr seiner Schule, gehört sicher auch die Lade des hl. Augustin in der Kathedrale zu Pavia an, denn sie nähert sich der des heil. Petrus nicht nur in der Anordnung im Allgemeinen, sondern auch in vielen Einzelheiten. Auch findet man viele Ähnlichkeit in den Basreliefs, in der Art der Behand- lung der Figuren, der Gewänder und der Nebenwerke. Diese Schule verdanken wir noch manches andere Monument, wie: den

nach 1347 entstandenen, mit Basreliefs verzierten Altar der drei Könige in S. Eustorgio; das Denkmal Stephan Visconti’s, der 1327 starb, in derselben Kirche; dasjenige des Azzo Visconti (gest. 1353), welches aus der Kirche St. Gottardo in das Haus des Marchese Trivulzio kam, und endlich jenes des Barnabo Visconti in der Kirche St. Giovanni in Conca, vor 1384 errichtet. Abbgebildet sind diese drei Monumente bei Litta, famiglie celeb. d’Italia.

L’arca di S. Agostino, Monumento in marmo del sec. XIV. diseg- nato et inciso da Cesare Ferreri. Kunstblatt 1834 Nro. 50.

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