Bakhufsen, Ludolph

Bakhufsen, Ludolph, berühmter Maler und Kupferstecher, geb. zu Emden 1631, gest. 1702.

Der Sohn eines Staatssekretärs war er bestimmt in dem Bureau seines Vaters zu arbeiten, trat aber in seinem achtzehnten Jahre zu Amsterdam in ein Handlungs-Haus. Hier fing er an — ohne Bei- hülfe eines Meisters, mit der Feder die Schiffe abzuzeichnen, die er in dem Hafen vor sich sah und betrat bald ganz die Künstler- Laufbahn. Van Everdingen ward sein Lehrer in der Malerei. Er besuchte die vorzüglichsten Künstler-Werkstätten und legte sich mit Eifer auf das Studium der Natur. Ihre ausserordent- lichen Wirkungen suchte er recht innig und mit ganzem Ge- müthe aufzufassen und setzte sich, wo es für diesen Zweck gilt, mit Unerschrockenheit den größten Gefahren aus. Oft bestieg er, wenn Sturm und Gewitter einbrachen, einen zerbrechlichen Nachen und beobachtete von diesem aus den Kampf der Elemente. Er entwarf Skizzen, die er bei seiner Ankunft zu Hause sogleich malte und eben dadurch seinen Gemälden eine bis in das kleinste Detail gehende bewunderungswürdige Treue und Genauigkeit verschaffte.

Bakhufsen behauptet in der Marinemalerei eine der ersten Stel-

— 230 Bakhuysen, Ludolph. — Bakker J. A.

In seinen Bildern herrscht die höchste Wahrheit; sein Pinsel ahmte die Fluthen und ihre unruhigen Bewegungen sehr täuschend nach; seine Lüfte sind leicht und von unendlicher Mannigfaltigkeit; die Färbung harmonisch und die Komposition voll Feuer.

Seine Arbeiten wurden daher sehr eifrig gesucht, und selbst mehrere Souveraine würdigten ihn ihres persönlichen Besuches in seiner Werkstätte; Peter der Grosse verlangte sogar Lektionen bei ihm zu nehmen. Die Bürgermeister von Amsterdam bestellten ein

solches Seestück bei ihm, welches sie ihm mit 1300 fl. bezahlten und 1665 Ludwig XIV. zum Geschenke machten, ein Bild, das sich im Museum zu Paris befindet. Seine Bilder sind überhaupt eine Zierde verschiedener Gallerien.

In seinem 71. Jahre fing Bakhuysen erst an seine Ansichten des Meeres in Kupfer zu ätzen. Sie sind mit geistreicher Nadel ausgeführt und von grosser Wirkung des Helldunkels. Diese Folge besteht aus 10 Bl. und hat den Titel: Stroom en Zeegezichten gegraven door Ludolf Bakhuysen anno 1701 in Amsterdam etc. Man findet hier auch ein Lob auf den Künstler von Joh. van Broeckhuisen und das Portrait Bakhuysens, in Schwarzknst, wahrscheinlich von J. Gole gestochen. Dieses Werk ist äusserst selten. Die ersten Abdrücke sind ohne Nummern. H. 6 Z. 2—4 L., Br. 8 Z. 5—8 L.

Ferner brachte dieser Künstler in Kupfer:

Einen Sechsfacher, worin sich 5 Barken und 1 Schaluppe befinden.

H. 9 Z. 8 L., Br. 14 Z. 8 L. Selten.

Einen Felsen mit einem runden Turme, im Vorgrunde rechts ein Weib mit einem Korbe, L. B. f. H. 4 Z. 3 L., Br. 6 Z. 2 L.

Das Portrait Bakhuysens, geätzt, als Büste dargestellt, mit einer grossen Perrücke. H. 11 Z. 3 L., Br. 9 Z. 3 L. Äusserst selten.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_043rAAAAMAAJ