Audran, Gerard

Audran, Gerard, berühmter Kupferstecher , geb. zu Lyon 1640, gest. zu Paris 1703. Audran ist aus einer Familie geboren, die sich in den schönen Künsten ausgezeichnet hat, und so zu sagen, eine eigene Kupferstecherschule bildet. Sein Vater gab ihm den ersten Unterricht, worauf er Rom betrat, um sich nach Rafael und nach der Antike zu vervollkommnen. Nach drei Jahren zeigten seine Werke schon den guten Geschmack, den er sich durch das

Audran, Gerard.

Suudium der Werke grosser Meister angeeignet hatte. Lebrun, eifersüchtig auf jedes grosse Talent, fürchtete in der Malerei an Audran einen Nebenbuhler, und beredete ihn daher, den Pinsel mit dem Grabstichel zu vertauschen. Audran widmete nun diesen der Reproduktion der Meisterwerke Lebrun’s, und gab dadurch nicht geringe Veranlassung zur Verbreitung des Ruhmes des letzte- ren; denn er war ein trefflicher Zeichner, und so verbesserte er manche Unkorrektheit in den Vorbildern.

Audran malte gleichsam mit der Nadel und dem Grabstichel, und diese Instrumente erhielten in seiner Hand eine solche Leichtigkeit, die nur mit dem Pinsel zu erreichen ist. Seine Striche haben ei- nen Reiz, und eine Überlegung, die man in andern Werken nicht finden kann. Sie sind frei vor jeder gezwungenen Reinlich- keit und jeder sclavischen Anlage der Schraffuren, Modelle des besten Stils, reiche Vorbilder für jeden historischen Stecher.

Audran hinterließ auch eine vortreffliche Schrift:

Les proportions du corps humain mesurées sur les plus belles statues de l'Antiquité, welche zu Paris 1680 in fol. herauskam. Füssly schreibt dieses Buch irrig dem Claude Audran zu.

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