Audenaerde oder Oudenaerde, Robert van

Audenaerde oder Oudenaerde, Robert van, Maler und Kupferstecher mit der Nadel und dem Grabstichel, geb. zu Gent 1665, gest. daselbst . Er war ein Schüler von A. van der Meulen und J. v. Cleef, und studierte unter diesen mit Eifer die Malerei, bis er 1685 nach Rom ging, um sich hier in der Kunst zu vervollkomm- nen. Er trat in Karl Maratti’s Schule, wurde aber in derselben nicht so eigentlich zum Maler gebildet, als vielmehr zum Kupferstecher , da der Meister die grossen Anlagen seines Schülers zu dieser Kunst bemerkte. Schon früher hatte Maratti den J. Frey auf die Bahn des Kupferstechers geleitet, und jetzt wies er auch unseren Künst- ler auf dieselbe und behandelte sie beide als seine Lieblings-Kup- ferstecher. Beide mussten auf seinen Rat so viel als möglich das Aetzen bei historischen Stücken benutzen. Indessen setzte Audenaerde die Malerei nicht ganz ausser Acht. Er wählte hierin seinen römischen Lehrer zum Muster, blieb aber seiner glänzenden Weise zu koloriren getreu, die er im Vaterlande

Audenaerde oder Oudenaerde, Bocuf van. ‚187

anashm. Man ‚Andet in diunm auch seine Hauptwerke .der_Malerei, namentlich in Gent. Sein Meisterstück ‚auf‘ dem lfoehultuu ä Certhäuser-Kirche , ist die Erscheinung des !\l. Petrus, ündnuo Religiösen abhängt, ihr Kloster zu verlassen.

Andenaerde blieb 17 Jahre in Rom auf, und lebte stets mit Maratti in Freundschaft. Hier fertigte er auch seine meisten Blätter, die frei und geistvoll sind, und unter denen die nach Maratti zu den besten gehören. Für den Cardinal Barbarigo schuf er nachröre Familien-Porträite mit Emblemen und lateinischen Versen,

die den Stecher zum Verfasser haben, denn er galt zugleich für einen guten Dichter; Diese Bilder wurden in ein Werk unter dem Titel: Numismata virorum illustrium ex gente Barba. Das Werk blieb lange unvollständig, weil dieser Cardinal Eidlich liess die Familie die noch fehlenden fünf Platten nicht und gab es im Jahre 1762 zu Padua in gr. fol. hergegeben. Die Zahl der Blätter beläuft sich auf 165.

Zu seinen vorzüglichsten Werken gehören:

Die Marter des heil. Blasius, ein schr amgueachneßliches Blatt nach C. Maratti; H. 24 Z., Br. 13 Z. 3 L. Der Tod der Maria und die Heumelfahrt nach demselben Meister, ebenfalls vorzügliche Blätter; qu. fol.

Andere schöne Blätter nach C. Maratti sind:

Maria mit dem Jesuskinde theilt Rosenkranz.e unter N0mm ans (Notre dame de Rosaire); gr. fol. Der Leichnam Christi auf dem Schopsse der Mutter nebst den Heil. Frauen und Johannes; gr. fol. Jean bietet dr.r Bobocca die Armli;"ndér darz fol. SA ba im Bade; Apollo und Daphne, ein großes Stück in die Bmto vgn zwei Pfatten. Romulus und Remus von Faustulus gefl:ßddn; gr. gp.. fol. Hagar in der Wüste; fol. Das Opfer Abrahams; fol. David mit dem Hau te Goliaths ; fol. Die Anbetung der Könige; ein radirtes Blatt in fol. Die Flucht im Aegypten; ebenfalls fol. Die Verkündigung; fol. Der Heiland auf dem Oelber fol. Die Ruhe auf der Flucht in Ägypten; achteckig, fol. Der Heiland, am Kreuze; fol. Junge Mädchen feiern den Sieg Davids; fol. Der Tod des heil. Joseph; ein radirtes Blatt, ibl. Die büssende Maschleba, gr. fol. St. Philippus Neri; gr. fol. Die Apotheose des Janus, qu. fol. St. Anton von Padua; gr. fol. Gute Blätter nach anderen Meistern sind ferner:

Duc; Kreuzußnehmung, nach Dan. da Volterra; in mittlerer Größe. Die Geburt der heil. Jungfrau, nach An. Carracci; gr. fol. Die Capelle der hl. Bibiana zu Rom; 5 radirte Blätter nach P. da Cortona’s Gemälden. Das fünfte Blatt stellt Bernini’s Statuen des Vaters und der Mutter der Heiligen dar. Der Zorn des Achilles; These in 3 Bl., nach J. B. Gauln. Die Entführung einer Sabinerin, nach J. da Bologna; fol. Maria mit dem Jesuskinde, nebst dem hl. Johannes dem Täufer, dem hl. Lucas und dem Papst Cölestinus, nach M. A. Fran-

Hippomenes und Atalante, nach einer Gruppe von Bernini; fol. er hL Andrea zum Tode uhrte, nach Ann. Carracci; fol. Eine seltene und berühmte These: mit Pabst Innocenz XI., zu dessen Füssen die gestürzte Ketzerei, und zu seinen Seiten die vier Welttheile mit den kommenden Völkern; etc. nach Innocenz Erfin Außer den an ten. pen findet man noch mehrere und Sta- tuen in Rossi’s Werk. Unter seinen Bildnissen findet man die von den Carduülen Sa- Turusi, Ottoboni, Fr. Barberini, Jos. d’Archinto, Henri gl u, And. St. Croce, und das des hl. Franciscus; der das Wl°‘°‘- U J }

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