Auch für das Ausland malte Bergler während seines Aufenthaltes in Prag Mehreres, worunter ein sehr großes Altarbild mit vielen Figuren für die neu hergestellte Pfarrkirche in Scherding, die Geburt Christi darstellend; — ein heil. Abendmal für einen Privaten, ebenfalls nach Scherding, die für eine Herrschaftskirche des Grafen J. Nostitz in Schlesien gemalten vier Evangelisten, nebst einem anderen Bilde der Apostel Peter und Paul, und der gute Hirte für einen Domherrn von Wimmer in Eichstädt, einer besonderen Erwähnung verdienen. Unter seine größeren historischen Gemälde, welche er in Prag schuf, gehören vorzüglich Herrmann und Thusnelda, nach Klopstock’s Herrmannsschlacht, ein großes Galerie-Bild, aufgestellt in der Gemäldesammlung der Gesellschaft patringerischer Kunstfreunde in Prag , und drei vom Grafen Franz von Kolowrat bestellte Vorstellungen aus der böhmischen Geschichte: die Zauberkönigin Libussa, Herzogs Spitigniew Richterspruch und Karl IV. zu Pisa im Aufruhr der Gambacurtas durch seine böhmischen Helden, insbesondere durch den Riesen Benesch von Kolowrat und dessen Vettern, Georg und Albert, errettet, drei ausgezeichnete Gemälde.
Eine große Anzahl seiner in Prag gemalten Cabinetsstücke kamen in den Besitz der gräflich Clam-Gallas’schen Familie, des Grafen Rudolph Czernin, der Fürstin Kinsky und Lobkowitz, der Gräfin Nostitz, Schönborn u. s. w.
Göthe sagt in „Winckelmann und sein Jahrhundert“ S. 307: „Nächst diesen (Füger, Böttner u. a.) war auch ein Tyroler Namens Bergler als geschickter junger Künstler bekannt. Seine Arbeit erhielt beim jährlichen freien Conkurs, den die Akademie von Parma veranstaltete, den großen Preis. Er besitzt, nebst großer Fertigkeit des Pinsels, eine kräftige blühende Farbe, mit der Zeich-
nung weiß er sich selten ganz glücklich und tadellos abzufinden.” Dieses von einer gosseu Authorität ausgesprochene Urtheil berich- tigen die verständigsten Kunstkenner und thätigsten Mitglieder der bezeichneten Gesellschaft dahin, dass gerade eine sehr schul- gerechte Richtigkeit der Zeichnung, auch bei ihren kühnsten Ge- genständen, eines der Hauptverdienste von Bergler’s Meisterwerken sei. Ihr Urtheil lautet: ;
Von der Natur mit einem entschiedenen Kunsttalent begünstigt, schon in zarter Jugend für die Kunst glücksich vorbereitet, durch ein anhaltendes Studium der Antiken und neuerer Meisterwerke gründlich gebildet, unermüdet thätig; stets lernend und ausübend, unempfänglich für die Lockungen des wechselnden Modegeschmacks, sorgsam vermeidend; jeden Abweg der falschen Manieren, unver- wandt strebend nur nach dem Ziele, wo das Edle, Grosse, Schöne sich vereinen, auf dem Wege der Natur und Wahrheit, geleitet von classischen Vorbildern, vom eigenen fruchtbaren Genius und vom seinem zarten edlen Gemüth, mit gewissenhafter Strenge prü- fend jedes seiner Werke, musste nicht unser Bergler eine ausge- zeichnete Stufe im Tempel der bildenden Künste ersteigen? kön- nen seine zahlreichen Meisterwerke von Kennern beurtheilt, aus- ser der Reihe classischer Gegenstände gesetzt, können sie zu sehr gewürdiget werden ?
Dieser Artikel ist dem Aufsatze des Ritters von Rittersberg (Hor- mayr’s Archiv 1823, N. 152 und 55) entnommen, wo die Unrich- tigkeiten und Unvollständigkeiten, welche die Künstler-Lexica von Dliabacz, Fuessli, Meussel, Pillwein u. a. über Bergler enthalten, widerlegt sind. Daselbst findet sich auch das lithographirte Por- trait dieses Künstlers,
Bergler’s Portrait befindet sich auch in C. Vogel’s Sammlung von Portraiten, von dem Hofinaler Vogel 1813 selbst gezeichnet.
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