Attiret, Johann Dionys. — Attiret, Claude-François
Hofmaler. Ein Gemälde der Anbetung der Weisen, das er nach seiner Ankunft dem Kaiser überreichte, ließ derselbe im Inneren seines Palastes aufstellen. Aber mit allem Beifall des Monarchen musste er sich häufig nach dessen Laune richten und oft, wenn er eben mit einem großen Gemälde beschäftigt war, einige Blumen auf einen Fächer oder andere Kleinigkeiten malen. Dazu kam die Eifersucht der chinesischen Künstler, ohngeachtet er ihnen manchen Gewinn zufliessen liess, indem er mehrere seiner bloßen Entwürfe durch sie ausführen, oder durch sie seine eigenen Gemälde kostumieren, und mit Landschaften, Tieren u. s. w. ausstatten liess. Eine grosse Landschaft mit chinesischen Damen, welche er eines Tags für den Kaiser verfertigte, missfiel demselben, und das Bild musste übermalt werden. Die Figuren hatten zu viel Leben und nicht jene chinesische gedankenleere Ruhe; sie waren zu lebhaft coloriert und zeichneten sich durch keine rothen Finger u. lange Nägel aus. Attiret gehorchte dem Befehl, folgte bei seiner Verbesserung dem Rat eines chinesischen Malers und erwarb sich durch diese erzwungene Gelehrigkeit den Beifall des Hofes. Endlich glückte es ihm auch eine Zeichenschule zu errichten und die Freundschaft der übrigen Hofmaler zu erwerben.
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