Aspertino, Amico

Aspertino, Amico, ein Maler von Bologna , geb. 1474, gest. 1552. Malvasia rechnete ihn zu Francia’s Schülern, Vasari aber sagt davon nichts, und stellt den Mann weniger als Künstler, als nach seinem Aussehen und seinen Sitten dar, die ein Gemisch von Gutmüthigkeit, Einfalt und Narrheit waren. Er hatte einen Grundsatz in der Malerei angenommen, den auch die Schriftsteller seiner Zeit aussprachen: jeder müsse in seinen Arbeiten ein Bild seines eigenen Geistes hinterlassen. Er verlachte die Nachahmer Rafael’s, durchschweifte Italien , kopirte ohne Wahl, was ihm ge- fiel und machte dann ein Ganzes auf seine Weise. In S. Petronio ist von ihm eine Pietà, die in Formen, Bewegung, Gruppierung der Gestalten mit den Malern des 14. Jahrhunderts wetteifern kann. Doch muss man mit Quercino bemerken, dass Amico zweierlei Pin- sel führte, einen, womit er wohlfeil oder aus Rache malte, und einen andern, wenn er gut bezahlt wurde, wo er sich wohl hütete,

Laune einfliessen zu lassen. Diesen gebrauchte er an mehreren von Vasari selbst angeführten Palastgiebeln, in S. Martino und bei vielen von Malvasia angeführten Arbeiten, der ihn für „einen guten Nachahmer Giorgione’s“ ausgibt. Dadurch ist wahrscheinlich die Sage entstanden, Aspertino habe zu gleicher Zeit mit zwei Pinseln gemalt, indem er mit der einen Hand das Licht, und mit der an- deren den Schatten ausführte.

Amico’s Gemälde haben sich wegen der kräftigen Färbung bis auf diese Zeit gut erhalten, wie dieses seine Fresken in der Kapelle der heil. Cäcilia zu Bologna beweisen. Dabei war er einer der besten Thiermaler seiner Zeit und soll auch in der Plastik er- fahren gewesen sein. Seine Fresken in S. Frediano zu Lucca hat M. Ridolfi restaurirt.

Bartsch XV. 8 — 10 beschreibt ein Blatt, welches Malvasia zu- folge von Aspertino’s Erfindung, nach einigen von ihm selbst,

oder von Jul. Bonasone, und nach Bartsch in Aug. Venetiano’s Ge- schmack gestochen seyn soll. Es stellt Cains Opfer auf eine höchst seltsame Weise dar. Zur Linken sitzt Adam am Boden neben einem grossen Hammer und rechts erhebt man Eva am Spinnrueken, zwischen ihnen ist Cain ebenfalls auf dem Boden, der sich in einer Art von Spiegel beschaut. Im Mittelgrunde ein Altar, auf welchem ein Opferthier brennt und über demselben ein Genius, der in der Rechten ein Täfelchen hält und mit der Linken auf eine Stelle deutet, wo ein Engel das Elternpaar aus dem Paradiese jagt. Am Fusse des Altares ist der Lebensbaum mit der Schlange. Das Blatt ist 22 Z. breit und 8 Z. 0 L. hoch, kein anderes seltenes Blatt nach diesem Meister stellt ein Bacchanal dar, wahrscheinlich von Beccafumi gestochen. Lanzi II 33 #. d. Ausg.

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