Aristeides, Maler aus Theben, um die 0? Ol. Schüler des Euxenidas und seines Bruders Nikomachus (Sillig Cat. artif.). Er war ein Zeitgenosse des Apelles, hatte aber das Angenehme und das Zier- liche nicht, welches man in den Werken des Letzteren fand. Er verstand jedoch die Kunst, die Leidenschaften auszudrücken in hohem Grade, so dass die Alten von ihm sagten, er habe die Seele, das Leben selbst darzustellen gewusst. Er wird von einigen mit Unrecht für den Erfinder der Wachsmalerei gehalten. Seine Gemälde wurden zu sehr hohen Preisen bezahlt. Mnason, Tyrann von Elate, zahlte für eine Schlacht zwischen den Griechen und Persern 25.000 Gulden nach unserm Gelde. Das Tableau hatte 100 Figuren. Seinen Bacchus kaufte der König Attalius II. um 6.000 Sesterzien (30.000 Gulden). Unter seinen Werken war auch das Bildnis eines Malers Leontion, von dem weder Plinius noch ein anderer Schriftsteller spricht. Warum sollte der Künstler einen unbekannten Maler gemalt haben? Im bambergischen Codex des Plinius findet man die Lesart: et Leontion Epicuri, statt: et Leontionem pictorem, so dass an ein Bild der Geliebten Epicurs, Leontium, gedacht werden muss, die auch von Theodorus gemalt wurde. Wenn der Künstler dieses Bild gemalt hat, so muss er entweder ein jüngerer Zeitgenosse des Apelles sein, oder dieses Gemälde in reiferem Alter verfertigt haben, da Epicur erst im dritten Jahre der 109 Ol. geboren wurde und der Leontium Unterricht ertheilt haben soll, so dass Aristides, etwa in der 115 Ol. blühte. Kunstblatt 1832, S. 128. (Dr. Jan.)
Von seinen Gemälden erwähnt man noch eines bei Erstürmung einer Stadt verwundeten Mutter, die sterbend den Säugling von der Brust abwehrt, dass er nicht Blut sauge. Auch malte er Quadriga im Laufe, Jäger mit Wild, einen Bittenden fast mit der Stimme, und sterbend noch eine Iris, die auch unvollendet bewundert wurde. Den Bacchus nennt Plinius das erste ausländische Gemälde, das in Rom ausgestellt wurde.
Aristobulos wird von R. Rochette (lettre a M. le duc de Luynes) unter die griech. Graveurs gezählt. Er bemerkt, dass dieser Name auf einer Medaille von Lysimachus und auf einer Münze von Cos genannt werde.
Vermutlich ist Aristobulos nur der Münzvorsteher. S. Kunstblatt 1832, Nr. 42.
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