Arfe, Henrique de, berühmter Gold- und Silberarbeiter, Vater und Grossvater der berühmten Goldschmiede Antonio und Juan y Vil- lafañe, die im 16. Jahrhundert mit ihm die Custodien für beinahe alle Cathedralen in Spanien verfertigten.
Der Arfe war ein Deutscher oder Niederländer, der sich zuerst in Bur- gos niederliess. Er verfertigte 1520 die merkwürdige silberne Cu- stodia in der Kathedrale zu Cordova, die am Frohnleichnamstag herumgetragen wird. Sie hat die Form eines gotischen Turms von anderthalb Fuss Höhe, an dem aller Reichthum gotischer Ver- zierung erschöpft ist ohne die geringste Überladung. Die vielen schönen Bildsäulen von Heiligen, die biblischen Geschichten in den Nischen, sind alle vergoldet und jede einzelne Figur ein
Meisterwerk. Von ihm sind auch die Custodien von Leon und Toledo , alle noch ganz in gotischem Stil gearbeitet.
Die von Burgos, St. Jago di Compostela (1544), von Medina de Rioseco u. a. sind von Antonio, der zuerst den antiken Stil in die Arbeiten der Goldschmiede einführte. Die von Ávila , Sevilla, Valladolid , Osuna sind von Juan d’Arfe, der den Weg verfolgte, den sein Vater eingeschlagen hatte. Er war auch Bildhauer und Baumeister und schrieb ein gelehrtes Werk von der Verschiedenheit des Maßes, der Symmetrie, der Anatomie und den fünf Ordnungen in der Baukunst, welches zu Sevilla und in Madrid gedruckt ist. Er war ebenfalls ein geschickter Holzschneider . Nach Burriels Versicherung hat er die Bilder zum Cavallero determinado gezeichnet und in Blei gestochen. Auf gleiche Weise ist von ihm auch das Bildnis des Alonzo de Ereira gearbeitet, das sich vor der ersten Ausgabe der Araucana befindet. Das Jahr seiner Geburt ist 1535, sein Todesjahr ist unbekannt. Füssly gibt 1505 als selbes an.
Einige dieser Arfischen Arbeiten sind von den Franzosen im letzten Kriege verkauft worden. Die Canonici von Córdoba wendeten alles Mögliche an, um diesen ihren Kunstschatz vor dem General Dupont und später vor Soult zu retten; sie haben ihn öfter mit ungeheuren Summen losgekauft. Mehreres über diese berühmten Künstler S. Fiorillo IV. 159 ff. Kunstblatt 1822. 265 und Füsslys Nachtrag zum allg. Künstler-Lexicon 1824 160.
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