Arezzo, Florenz

Arezzo, Florenz , Siena , Pisa und an andern Orten zahlreiche Ar-

beiten anvertraut wurden, von denen aber viele zu Grunde gegan-

gen, andere ganz oder halb verdorben sind.

In Arezzo befindet sich zu St. Francesco noch eine Verkündi-

gung in der Kapelle Bacci, ferner ein hl. Johannes auf der alten

Gewölbe der Bruderschaft der Misericordia und ein Gemälde

in dem Tabernakel, welches er für die Bruderschaft der Verkündi-

gung gemalt hatte. Im Kloster der Nonnen von St. Giusto in eben

dieser Stadt wird eine Vermählung der hl. Catharina aufbewahrt,

nebst sechs Bildern, welche die Werke jener Heiligen in kleinen

Figuren darstellen.

Vasari rühmt von Spinello vorzüglich, dass seine Heiligen und Madonnen etwas Hohes und Himmlisches haben, was die Menschen zu größter Andacht bewege. Besonders in Ehren hielten die Arezziner eine Madonna in St. Stefano ausserhalb Arezzo, so dass sie dieselbe bei Abtragung der Kirche aus der Mauer schneiden und in der kleinen Kirche Madonna del duomo einsetzen ließen, wo sie über dem Hauptaltare noch zu sehen ist.

Ein anderes Madonnenbild Spinello’s, obwohl verletzt, befindet sich an einem Hause der Familie Guillichini (ehemals Bacci). In diesen Bildern ist der fromme Ausdruck, dessen Vasari erwähnt, nicht zu verkennen. Wohl erhalten ist noch eine Verkündigung in einer Kapelle der Bruderschaft der Purraccioli auf dem Platze St. Augustin, aber fast ganz erloschen sind Spinello’s Gemälde am Hospital von Spirito Santo. In der Kapelle der Heiligen Jacobus und Philippus in St. Domenico ist das Gemälde dieser Heiligen noch vorhanden; auch ist das Tabernakel, welches Spinello für die Bruderschaft von St. Trinitäa gemalt hatte, noch erhalten. Die Gemälde desselben stellen die Dreieinigkeit und die Heiligen Petrus, Cosmus und Damianus dar, und sind neuerlich von Franchini restauriert worden. Die übrigen Gemälde, deren Vasari I. B. 308 £. deutscher Ausgabe, erwähnt, sind zu Grunde gegangen.

Noch vorzüglich erhalten sind die Wandgemälde der Sakristei im Kloster St. Miniato a Monte bei Florenz, worin Spinello Begebenheiten aus dem Leben des hl. Benedikt mit großer Fertigkeit und Farbenfrische darstellte. In der Apotheke des Klosters von St. Maria Novella in eben dieser Stadt soll sich von Spinello eine mit der Leidensgeschichte Christi ausgemalte Kapelle befinden. S. E. Förster im Kunstblatte 1830, Nr. 17. Auch werden ihm in einer Kapelle die Verantwortung und der Tod des hl. Stephan zugeschrieben.

Im Campo Santo zu Pisa führte Spinello sechs Bilder der beiden Heiligen Ephesus (nicht Epirus) und Potitus aus, die Vasari für die schönsten des Künstlers erklärt. Eben dieser Schriftsteller übersieht aber das Hauptwerk Spinello’s im öffentlichen Palazzo zu Siena, welches Begebenheiten aus dem Leben Alexanders darstellt, und vorzüglich geeignet ist, die Richtung und das Verdienst des Künstlers in schärferer Charakterisierung, als bis dahin üblich war, zu bezeichnen. Die erwähnten Gemälde im Campo Santo sind aus Lomazzo’s Werk über die Malereien im Campo Santo abgeleitet.

Nachdem Spinello 77 Jahre alt war, ging er nach seiner Vaterstadt Arezzo und blieb dort in Tätigkeit bis an seinen Tod. Er führte neben andern Werken in dieser Zeit den Sturz der bösen Engel an der Wand des Hauptaltars in St. Agnolo aus, und erschöpfte dergestalt seine Einbildungskraft in der Darstellung des Teufels als eines recht scheußlichen Ungeheuers, dass er von der Einbildung ergriffen wurde, der Teufel sei ihm erschienen und habe ihn zur Rede gestellt, warum er ihn so abscheulich abgebildet habe, was den armen Künstler so in Schrecken setzte, dass er darüber Verstand und Leben verlor. Das Gemälde ist noch erhalten und von Lasinio in seiner Sammlung alt-forentinischer Gemälde gestochen.

Vasari setzt Spinello schon das Jahr 1400 zur Grenze; allein die noch vorhandenen Vereinbarungen über sein Hauptwerk in Siena zeigen, dass Vasari seinen Tod zu früh gesetzt habe; denn es wurden ihm noch bis 1408 Zahlungen geleistet. Vgl. Rumohr ital. Forschung. II., Nr. XII 226. Lanzi setzt mit Vasari und Baldinucci seine Geburt auf 1508 und seinen Tod auf 1400.

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