Antiquar Jean-François Vaillant ein, aber das Schiff hatte das Unglück,
von den Corsaren aufgegriffen und nach Tunis geführt zu werden.
Hier lebte Aviler 16 Jahre in der Gefangenschaft, hörte aber
nicht auf zu zeichnen. Nach seinem Plane wurde zu Tunis sogar
eine Moschee erbaut. Im Jahre 1676 erhielt er seine Freiheit, und jetzt erst besuchte er Rom und studierte fünf Jahre nach den Mei- sterwerken dieser Stadt.
Nach seiner Rückkehr ins Vaterland arbeitete er einige Zeit un- ter Mansard, ging aber dann nach Montpellier , um seiner unter-
ordneten Stellung zu entgehen. In dieser Stadt erbaute er das Hôtel Peyrou, in Form einer Triumphportale und später mehrere andere Gebäude zu Carcassonne , Béziers , Nîmes und Toulouse .
Diese letzte Stadt besitzt eines seiner besten Werke: den erzbi- schöflichen Palast, der nach Aviler’s Zeichnung ausgeführt wurde.
Als Belohnung erhielt er von den Ständen den Titel eines Architek-
ten der Provinz.
Aviler war auch in der Theorie seiner Kunst sehr erfahren. Er übersetzte und kommentierte das sechste Buch von Scamozzi’s archi- tektonischem Werke, gab auch zum Vignola einen Commentar und fertigte darnach seinen Cours complet d’Architecture, den Sturm ins Deutsche übersetzte. Man verdankt diesem Künstler die ‚erste Idee zu einem architektonischen Wörterbuche: Explication des ter- mes d’architecture. Die zweite vermehrte Ausgabe brachte der Künstler nicht mehr zu Stande, seine Materialien aber benützte A. Le Blond zu seinem Wörterbuche, das bis auf Quatremere de Quincy für das beste dieser Art galt. Letzterer gab 1832 sein Dict. hist.. d’Architecture in 2 Vol. heraus.
Von ihm geätzt kennt man das Bildnis des Michel Angelo.
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