Anguisciola (Angosciola, Anguscivola und Angussola)

Anguisciola (Angosciola, Anguscivola und Angussola),

Sophonisba, geb. zu Cremona (nach Andern 1535), gest. zu Genua um 1620. Sie stammte aus einer adelichen Familie, und erhielt, weil man ihren entschiedenen „Talent“ für die Kunst wahr- nahm, zugleich mit ihrer Schwester Helena, die nachher Nonne wurde, bei Bernardin Campi Unterricht in der Malerei,

Sie lieferte mehrere vortreffliche Werke, und brachte es im Por- traitmalen zu grosser Vollkommenheit. Nach Spanien berufen, ver- fertigte sie zu Madrid am königlichen Hofe die Bildnisse des Königs und der Königin und das des Infanten Don Carlos, den sie mit einer Luchshaut bekleidet vorstellte, ein Werk, das ihr beson- deren Beifall erwarb. Die Ähnlichkeit war frappant, weshalb ihr der Prinz eigenhändig einen Diamant von 1500 Piastern über- reichte.

Sophonisba unterrichtete selbst die Königin in der Miniaturma- lerei. Später verheiratete sie den König an Don Farbiz von Mo- nada, einen Sizilianer, der sie mit sich in sein Vaterland nahm. Nach dessen Tode wurde sie die Gemahlin des Horaz Lomellini. Sie hatte vier Schwestern: Anna, Europa, Minerva und Lucia, die sie in der Kunst unterrichtete und von denen es die letztere im Bildnissmalen sehr weit brachte, aber frühzeitig (1565) starb. Va- sari gedenkt dieser Sophonisba und ihrer Schwestern sehr ehren- voll. Letztere lernte er als Mädchen in Cremona kennen, Sopho- nisba aber war damals schon Hofmalerin Philipp II.

Diese Künstlerin verlor wegen ihrer anhaltenden Arbeit in ihrem

  1. Jahre das Gesicht; dessenungeachtet blieb ihr Haus der Vereini- gungspunkt der auserlesenen Gesellschaft, so wie auch der Künstler und Kunstliebhaber zu Genua. Nach Soprani’s Versicherung schätzte sich van Dyk glücklich, dass ihm auf seiner Reise vergönnt gewe- sen, mit Sophonisba über seine Kunst zu sprechen, wodurch er mehr gelernt haben soll, als durch das Studium der vortrefflichsten Meister. (!)

Ihre Bildnisse werden in Italien sehr geschätzt, besonders ihr ei-

niges in der florentinischen Gallerie und ein solches bei den Edlen Lomellini zu Genua. Das erstere ist von C. Gregori und von J.

B. Cecchi gestochen. In der Wiener Gallerie befindet sich eben-

falls das von ihr selbst auf Holz gemalte Bildnis. Die Künstlerin hält ein Buch in der Hand, auf welchem man liest: Sophonisba

Anguisciola se ipsam pinxit. Ein anderes Portrait derselben hat W.

Baillie in Schwarzkunst bekannt gemacht. Auf einem Bilde zu

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