Angeli, Joh. Bapt.

Angeli, Joh. Bapt., genannt Torbido del Moro, Maler und Kupferstecher , besuchte in seiner Jugend die Schule des Titian, und studierte hierauf unter der Leitung des Franz Torbido, dessen Tochter er heiratete, wobei er zugleich den Beinamen Torbido annahm. Man kennt weder das Jahr seiner Geburt noch das sei- nes Todes, man weiß nur, dass er um die Mitte des 16ten Jahr- hunderts die Städte Verona und Venedig mit schönen Werken be- reicherte und kaum ein Alter von dreißig Jahren erreicht habe.

Torbido hat auch mehreres in Kupfer gestochen, nach eigenen Erfindungen und nach Zeichnungen Titian’s, Parmesano’s, Bern. Campi’s, Rafael’s und Giulio Romano’s. Seine Blätter sind nicht alle gleich geistreich und korrekt in der Zeichnung, auch die Na- del ist mehr oder weniger frei und hin und wieder ist ihr mit dem Stichel nachgeholfen. Einige dieser Stücke tragen den vollständigen Namen Baptista del Moro, die anderen sind mit einem Monogramme bezeichnet. Die ohne Zeichen sind die wenigsten. Bartsch XVI. 177 beschreibt 36 Blätter von diesem Künstler, glaubt aber nicht, dass damit das Werk geschlossen sei.

Er stach mit Battista Vicentino eine Folge von 50 Landschaften, nach Titian, die jetzt sehr selten sind, aber zu den besten Blättern des Künstlers gehören.

Neben diesen sind zu erwähnen:

Die Geburt Christi, nach Parmesano; fol. (Bartsch will sie nicht anerkennen.)

Judith, die den Kopf des Holofernes in einen Sack steckt; ein schönes Blatt ohne Zeichen, das aber sicher unserm Künstler angehört. Es ist nach einer Zeichnung des J. Romanus ge- fertigt. 6 Z. 8 L. hoch und 4 Z. 2 L. breit.

Die Ruhe in Ägypten, angeblich nach Titian’s Erfindung, sehr gut im Geschmacke dieses Meisters gestochen. Br. 12 Z. 9 L.,

Angeli, Johann Baptist.

Der kleine Moses von der Tochter Pharao’s errettet; Dieses geistreich gestochene Blatt hat den Namen des Urhebers nicht, man glaubt es aber von del Moro gefertiget.

Christus am Kreuze zwischen den beiden göttlichen Orden, ohne Zei- chen, unserem Künstler zugeeignet. H. 23 Z. 6 L., Br. 182.3 L.

Eine hl. Familie, wo die hl. Elisabeth auf den Knien ihren Sohn dem Jesuskinde vorstellt, das ihm den Segen ertheilt. Dieses Blatt ist gut gestochen, aber ohne Zeichen. Die Composition kann einige für Titian’s Werk. H. 7 Z. % L., Br. 11 Z. 9 L.

Die hl. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Schoosse, dem Johannes Früchte reicht. Br. 12 Z. 3 L., H. 9 Z.

Die heil. Familie, nach G. Romano. H. 14 Z. 3 L., Br. 12 Z. 5 L. Die ersten Abdrücke sind vor den Buchstaben B. M.

Die heil. Familie, nach Rafael, wo das göttliche Kind die Hände gegen Johannes ausstreckt, um die Frucht zu empfangen, die er ihm darbietet. Dieses Blatt scheint eine Jugendarbeit des Künstlers zu seyn. H. 19 Z. 3 L., Br. 16 Z.

Die Marter der hl. Justina, nach B. Campi; in der ersten Ma- nier des Künstlers gearbeitet. H. 21 Z., Br. 14 Z. 7 L. Die ersten Abdrücke sind vor der Adresse Rasciotti’s.

Die Caryatiden, nach Parmesano, ohne Zeichen. H. 5 Z. 9 L., Br. 3 Z. 7 L.

Perseus, Mercurius und Pallas. Br. 8 Z. 10 L., H. 6 Z. 8 L. Man glaubt, dass del Moro dieses Blatt nach Primaticcio’s Zeich- nung gefertiget habe. Das Gegenstück ist Perseus und Andromeda.

Das heidnische Opfer, angeblich nach G. Romano’s Zeichnung gefertiget. Br. 9 Z. 2 L., H. 6 Z. 7 L.

Die Schmiede Vulcan’s, ohne Zeichen. H. 11 Z. 8 L., Br. 7 Z.

Die vier Jahreszeiten, nach G. Romano, durch die vier Statuen der Flora, Pomona, des Bacchus und eines Alten vorgestellt und sehr geistreich geätzt. Br. 15 Z., H. 10 Z. 4 L. Die spätern Abdrücke sind mit dem Grabstichel retouchirt.

Die Landschaft mit Thieren, mit B. M. bezeichnet. H. 4 Z. 6 L., Br. 6 Z. 4 L.

Die Landschaft mit mehreren Kühen und Hammeln, nach Titian. H. 9 Z. 10 L., Br. 15 Z. 10 L. Die ersten Abdrücke sind ohne Namen des Stechers und des Druckers N. Nelli; die zweiten sind retouchirt.

Die Landschaft mit der Venus, angeblich nach Titian von Moro gefertiget. H. 10 Z. 4 L., Br. 15 Z. 8 L. (?)

Romulus und Remus, nach G. Romano, mit B. M. bezeichnet. H. 8 Z., Br. 10 Z. 4 L. Dieses Blatt ist aus der besten Zeit des Künstlers, und in ersten Abdrücken vor dem Zeichen.

Die schreibende Sibylle, ohne Zeichen. H. 6 Z. 8 L., Br. 4 Z. 10 L.

Der Sieg und der Friede, angeblich nach Titian. H. 9 Z. 4 L., Br. 14 Z. 7 L. Die ersten Abdrücke sind ohne Namen, die zweiten sind fälschlich mit „B. Franco fece“ bezeichnet.

Der ungerechte Richter, wahrscheinlich nach eigener Erfindung. Andere halten Titian für den Componisten. H. 11 Z. 10 L., Br. 16 Z. Die zweiten Abdrücke sind retouchirt und tragen die Adresse: Claudy duchetj formis.

Der Tod als Vogelsteller. H. 15 Z. 10 L., Br. 22 Z. Dieses ist das beträchtlichste des ganzen Werkes, ohne Namen des Ur- hebers, aber nach Bartsch sicher von Moro.

Zweifelhaft hält dieser Schriftsteller die Schlacht Constantins, nach Rafael. Das Blatt ist geätzt. 15 Z. hoch und 20 Z. Ö L. breit. Einige halten den Paul oder Horaz Farinati für den Verfertiger,

Mit Unrecht wird ihm das mit B. M. bezeichnete Blatt beigelegt, welches Abraham auf den Kyien vor den drei Engeln in einer Glorie vorstellt, eine Composition, die bald dem Rafael, bald Titlan zugeschrieben wird. Das Blatt ist geätzt. 11 Z. 7 L. hoch und 9 Z. 3 L. breit. Zani hält den Bernard Malpuzzi für den Urheber, den Gori unter die Stecher in Helldunkel

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