Andrieux, Bertrand, berühmter Stempel-Schneider, geb. zu Bordeaux 1765, gest. zu Paris 1822.
Dieser Künstler, der Sohn eines Weinhändlers, und von diesem zum Petitschaftstecher bestimmt, äusserte schon in früher Zeit ein ausgezeichnetes Talent, daher gaben gleich seine ersten Versuche grosse Hoffnung, dass er einst in seinem Fache wieder Reinheit der Zeichnung an die Stelle der Bizzarerie führen werde, der man sich ganz hingab. Er mistete auch die Hoffnung nicht, und steht besonders in jenem, bis zum Wunder weitgetriebenen Miniatur noch unerreicht da; Er hinterliess mehrere Stahlstiche in Relief und eine grosse Anzahl Medaillen , von denen einige zu dem Vorzüglichsten gehören, was in diesem Fache geleistet worden ist.
Ein Triumph der neuen Stempelschneidekunst ist die Medaille auf den Uebergang Napoleons über den St. Bernhard. Diese Me- daille hat dem Künstler einen der ersten Plätze unter den Münz-
graveurs erworben. Es ist unmöglich, einen Portraitkopf sanfter und wahrer darzustellen, als hier geschehen ist; auch ist die Ähn- lichkeit glücklich erreicht.
Ebenso übertrifft das Miniatur des Basreliefs, das die Schlacht vorstellt, alles, was man sonst von dieser Art auf Münzen sieht; eine unzählbare Menge von einzelnen Figuren, und doch keine Verwirrung! Bei aller Kleinheit der Pferde und Menschengruppen doch noch Richtigkeit der Zeichnung!
Nicht so glücklich ist die Rückseite ausgeführt, der das bekannte Gemälde von David zu Grunde liegt. Auch die Medaille der Maires und der Deputirten der Städte des Reiches an Napoleon (1811) ver- dient in Hinsicht auf Dimension, Reinheit der Zeichnung und in der Vollendung der Arbeit unter die Zahl der schönsten Werke dieser Gattung zu werden. Meisterhaft ist auch die Medaille auf die Wiedererrichtung der Reiterstatue, Heinrich IV. (1817), und eine frühere, welche der Künstler auf die Vermählung Napo- leons mit Maria Louise fertigte. Die Denkmünze zeigt die ca- pita jugata der Neuvermählten, und Amor, der zwei Donnerkeile trägt.
Andere treffliche Arbeiten sind ferner: Die Denkmünzen auf die Schlacht von Marengo, Jena und Austerlitz, auf die Erobe- rung Schlesiens, auf die Friedensschlüsse zu Wien, Tilsit und Luneville, auf die Wiederherstellung des Cultus, auf die Zusam- menkunft der beiden Kaiser, die Einschifung des Königs zu Ca- lais, die Vermählung des Herzogs von Berry u. s. w. Seine letzte Arbeit ist die Medaille auf den Tod des Herzogs von Bordeaux.
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