Amigoni, Jakob, auch Amiconi, geboren zu Venedig 1675, gestorben 1752. Er übte zuerst seine Kunst in Venedig, kam in die Dienste des Churfürsten von Bayern, in welchen er jedoch nur ei- nige Jahre verblieb, reiste dann nach London und von da 1747 als Hofmaler nach Madrid , wo er auch starb. Er ist eigenthüm- lich in sanften oft unbestimmten Umrissen und einem mitunter gelbem Tone. Sein besserer Styl ist nach Lanzi derjenige, den er sich in Flandern durch das Studium jener Meister aneignete. Dort lernte er die Kunst, mit Schatten bis zum einfachen Schwarz zu malen, und damit, ohne der Lieblichkeit Eintrag zu thun, voll- kommene Durchsichtigkeit und Klarheit zu erreichen.
Seine vorzüglichsten Werke sind in Venedig und Madrid. Be- sonders schön ist in erster Stadt eine Heimsuchung bei den Vätern S. Filippo, in seinem bessern Style gearbeitet. Von grösseren Ar- beiten sieht man von ihm in Spanien : ein Deckenstuck in einem Saale des Palastes zu Aranjuez ; eine heilige Familie im Oratorio del Salvador zu Madrid; die vier Jahreszeiten im Theater Buen Retiro. In England , wo er sich 8 Jahre aufhielt, schmückte er mit grossem Beifall einige der ersten Paläste mit seinem Pinsel, malte die Bildnisse des Herzogs von Lothringen , in der Folge rö- mischen Kaisers, der Königin und ihrer drei ältesten Töchter. Von London aus besuchte er auch kurze Zeit Paris , und zwar in Be- gleitung des berühmten Tonkünstlers Farinelli. Letzterer hatte von Amigoni eine grosse Anzahl Bilder, wo er immer selbst dargestellt war, wie er von Europas Herrschern empfangen, gelobt und be- lohnt wurde.
Im Dienste des Churfürsten von Bayern malte er in Schleißheim den Plafond, der den Zweikampf des Turnus mit dem Aeneas vor- stellt, dann im Viktoriensaale daselbst auf die Oberdecke das Ge- mälde, wie Dido den Aeneas am Meeres- Ufer empfängt u. s. w.
Einiges von des Künstlers Hand besitzen auch die k. b. Sammlun- gen. Die Metropolitankirche zu U. L., F., die Altarblätter: Christus und seine Mutter, St. Blasius und den Kindermord. In der ehemaligen Carthause Priel bei Regensburg war von ihm der Stammbaum des hl. Bruno zu sehen; in der St. Anastasia - Kirche zu Benediktbeuern ist das Choraltarblatt, nebst zwei Seitenaltären, von Amigoni’s Hand gemalt.
Mehrere seiner Bilder sind auch in Privathänden, grösstentheils kleinere, die die Anzahl der grösseren weit überschreiten.
Er hat auch Einiges in Kupfer geätzt:
Jupiter und Calisto. H. 10 Z. 6 L., Br. 13 Z. 2 L.
Maria mit dem Kinde. H. 6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 10 I.
Flora und Zephir. H. 10 Z. 6 L., Br. 13 Z. 2 L.
Die reichste Literatur der nach ihm gestochenen Blätter findet sich bei Heinecke. Eben dieser führt als von dem Künstler selbst gestochen noch einen Salvator in halber Figur und die vier Ele- mente an. Die Blätter sind in fol.
Seine Schwester, Charlotte, arbeitete als Kupferstecherin zu Lon- don. Rost IV. 1060 nennt eine Operntänzerin von ihr in Schwarz- kunst geschabt, fol.
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