Amerigi (Merigi), Michel Angelo. — Um zurückzukehren, war notwendig, aber Merigi zwang sich selbst bis zum Unbedingten einer sklavischen Nachahmung der Natur vorzudringen, da es ihm doch keineswegs an Tüchtigkeit gebrach, auch für das wahrhaft Schöne und Bedeutungsvolle mitzuwirken.
Seine Leidenschaft untergrub selbst seinen Geschmack, und mit Trotz verfolgte er nun eine neue, selbst gewählte Bahn, auf der er eine große Menge mit sich fortriss. Wo er in’s Grosse arbeitete und einen Gegenstand wählte, der seine Einbildungskraft heftig ergriff, da überbot er sich selbst und ward in seinem Werke unförmlich, indem er, am Realen haltend, dann selbst die geistige Bedingung aller Erscheinungen übersah, und doch die genaueste Charakteristik erzielte. Wo er aber mit ruhigem Gemüthe und ohne Leidenschaft einen einfachen Gegenstand ergriff, da wird man sowohl das künstlerische Talent in ihm ehren, als auch dem Erfolge der Leistungen seine Bewunderung schenken müssen. Nicht Schönheit und Würde verachtete er an sich, sondern kämpfte für die Wahrheit und Natürlichkeit gegen die damals gültig gewordenen Imaginanten, welche die Malerei gänzlich zu vernichten drohten; nur seine Nachahmer, ohne auf dem wieder gebahnten Weg zur Höhe aufzuklimmen, verfielen in Gemeinheit. Hand Kunst und Alterthum in St. Petersburg 1. 164.
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