Amberger, Christoph, Maler zu Nürnberg , führt seinen Namen von der Stadt Amberg in der obern Pfalz, wo sein Vater, Leon-
Amberger, Christoph. 97 ‚hard von Amberg, im J. 1401 als Steinmetz , und der Grossvater 142 als Schnitzer (Formschneider) vorkommen. ‘‘ M Man hielt ihn für einen Schüler Holbein’s, weil er dessen Ma- “nier so vollkommen nachahmte, dass viele Gemälde für Holbein’s Arbeit ausgegeben werden, die von Christoph Amberger herrühren. Seine grösste Stärke besteht im Portrait. Er hatte das Glück, Kai- ser Karl V. (1530) nach dem Leben zu malen, und wusste den tief- reifenden, welthistorischen Charakter dieses Fürsten treuer aufzu- fassen, als die meisten Geschichtschreiber jener Zeit, wesswegen er mit vollem Rechte den Namen eines Historikers der Maler ver- dient. Dem Kaiser selbst gefiel dieses Bildniss so wohl, dass er es mit Titian’s Arbeit verglich, und dem Künstler , nebst 30 Thlrn., noch eine goldene Kette mit Gnadenpfenning überreichte.
Die Köpfe in Amberger’s Bildern haben Ausdruck und Charak- ter, die Zeichnung ist verständig, obgleich nicht frei von den Gebre- chen der Zeit, das Colorit wahr und schön, der Pinsel markig und ‚reinlich und mit unermüdetem Fleisse geführt. Dabei beobachtet man in seinen Gemälden eine lobenswerthe Kenntniss der Linien- perspektive, aber er verstand die Luftperspektive nicht.
Amberger hielt sich zu Nürnberg auf, arbeitete aber auch in an- dern Städten. Zu Augsburg , wo er auch starb, malte er um die äussere Mauer der Fugger’schen Häuser, In eben dieser Stadt sieht man auch 12 Gemälde aus der Lebensgeschichte des hl. Jo- 'seps, und für St. Anna malte er die klugen und thörichten Jung- frauen. Nach Einigen ist von ihm in der k. Gallerie auch das Por- trait Kaiser Maximilians, mit Wasserfarben gemalt, das andere für einen Dürer halten. ' A
Amberger’s schönste Malereien sind in der Pfarrkirche zu St. ‚Martin und im Franziskaner - Kloster zu Amberg. 5 ‘ ‘In der k. Gallerie zu München ist von ihm Gott Vater mit der ‘ dreifachen Krone, der den an’s Kreuz gehefteten Heiland hält; als Nebenbild die Madonna mit dem Kinde, ganze Figuren; fer- ner St. Georg, vor dem ein Mann in schwarzer Kleidung kniet,
' alle auf Holz gemalt. R
In der k. Gallerie zu Schleissheim ist eine Kreuzträgung und eine Abnahme vom Kreuze und vier auf verschiedenen Instrumen- 'ten spielende Engel von Amberger’s Hand; irrig wird ihm das Brustbild einer reichgekleideten Dame zugeschrieben. ‘
In der k. k. Gallerie zu Wien bewahrt man von Amberger das -Bildniss Herzog Ludwigs von Bayern, 1540; das eines Ordensman- nes mit einem Todtenkopf, 1531; die zweier vornehmen Damen und Herodias mit dem Haupte des Holofernes. } ]
” Die Gallerie Lichtenstein besitzt das Bildniss Philipps von Spa- nien und seiner Gemahlin, von Amberger’s Hand gemalt. ” Die k. Morizkapelle zu Nürnberg bewahrt von diesem Künstler .‚ die Marter des hl. Sebastian. | ;
In der Giustinianischen Sammlung zu Berlin sind zwei meister- hafte Bildnisse von Amberger, das des Kaisers Karl V. in seinem 32. Jahre gemalt und jenes des Sebastian Münster, beide ausdrucks- 'molle, mit dem zartesten Fleisse ausgeführte Köpfe. Vorzüglich ist auch das Portrait eines Mädchens in der Dresdner Gallerie. : Man gibt Amberger’s Todesjahr auf 1563 an, allein dieses er-
‚ folgte später; denn der Künstler kommt noch im Gerechtigkeitsbu- che der Stadt Augsburg 1568 vor. ' '
' z ‚Nopitsch verwechselt ihn in seiner Fortsetzung von Will’s Nürn- berger Gelehrten - Lexicon mit Just Amann.
Nagler’s Künstler-Lex, I. Bd, 7
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_043rAAAAMAAJ