Aman, Johann

Aman, Johann, 1760–1826

Unterricht weiter einzuleiten sei,” der hernach wechselseitig in St. Blasien und in Freyburg statt fand.

Dem fürstlichen Wohlthäter wurden als Erfolg des Fleißes und Eifers von Zeit zu Zeit nachstehende Bearbeitungen gemacht:

Im Jahre 1785 ein neu mit der Feder gemachtes Gross-Folio- Messbuch zu den Anfangsbuchstaben eines jeden Hauptgegenstan- des der Inhalt desselben mit Tuschfarben bildlich dargestellt, Im Jahre 1786 das damals entdeckte römische Bad zu Baden- weiler im jetzigen Großherzogtum Baden, in Grundrissen aufgenom- men und in einer perspektivischen Vorderansicht dargestellt, welche nachher in dem Stift Lambach in Kupfer gestochen worden sind.

Im Jahre 1788 die Malerei von 12 Fenstern in die neue Stifts- kirche, nach Art der alten Glassmalerei, mit Farben, deren Zure- chnung der dortige Frater Anton Pfluger erfunden hatte. Die Vor- stellungen enthielten die vorzüglichsten Lehrer der heil. Schrift alter und neuerer Zeit. Zugleich wurde in dieser Art das fürstlich Kaunitzische Wappen verfertigt, und dem verstorbenen Fürsten Staatskanzler übersendet.

Endlich mehrere perspektivisch gezeichnete Details und Haupt- Darstellungen aus dem Innern der neuen Kirche.

Dieses erwarb ihm im Stifte zwei neue Gönner, den Staatshalter Mo- ritz Ribbele und den Professor Bertold Rottler, beide nach einander Fürsten-Aebte, bei dem Fürst-Abt selbst aber eine so günstige Mei- nung, dass derselbe sich bewogen fand, ihn auf Kosten des Stiftes 1789 an die Akademie zu Wien zur weiteren Ausbildung zu schi- cken. Als Erfolg dieses zweijährigen akademischen Besuches wurde ihm, mit Zuerkennung eines ersten Preises, ein sehr günstiges Attestat erteilt, und er trat sodann seine Rückreise an.

Während der Jahre 1791 und 92 hatte er Gelegenheit bei der k. k. Vorder-Oesterreichischen Baudirection in Freyburg zu practiciren, wo ihm die Ausbauung einer neuen Kirche und die Erbauung eines neuen Pfarrhufes anvertraut wurden, welche Bauten ihm das Wohlwollen des Präsidenten Frh. von Summeraw erworben hatten.

Der nach dem Tode des Fürst-Abtes Gerbert zum Fürst-Abte erwählte Moritz Ribbele sendete Aman zur Erlangung höherer Bil- dung 1793 nach Italien. In Rom wurden ihm durch besondere Begunstigung der freie Besuch und die Benützung aller öffentlichen und Privatsammlungen von Kunstwerken, aller Bibliotheken und Palläste zu Teil, die Anwendung in geschichtlicher, vergleichender und beurtheilender Hinsicht geschah unter der unmittelbaren Leitung des Hofrathes Hirt.

Eine 1794 dem Kardinal Galeppi zugeeignete Darstellung des Tempels der Vesta, im ursprünglichen Zustande, hatte in Rom eine so gute Aufnahme gefunden, dass A. im October desselben Jahres das Diplom als Ehrenmitglied der Akademie von San Luca erhielt.

Auch in den übrigen Hauptstädten Italiens fand er Gelegenheit zur Benutzung der Kunstsammlungen.

Ausser den Fortschritten, die er im Gesamten dadurch in der höheren Kunstbildung machte, und ausser der durch die in natura gesehenen höheren Formen und Proportionen geschärften, für alle zukünftigen Fälle vorbereiteten Vorstellungskraft hat er sich auch eine Sammlung von Darstellungen in Kupfer- und Holzabdrücken, in fremden und eigenen Handzeichnungen, der meisten für die Bau- kunst merkwürdigen Kunstwerke Italiens eigen gemacht, die ihm nun, mit der Erinnerung an das Gesehene, zum Leitfaden in seiner Ästhetik dienen. Im Jahre 1795 kehrte er ins Vaterland zurück.

Aman, Johann.

Der französische Rheinübergang 1706 veranlasste den Künstler zu einer Reise nach Wien, wo er gute Aufnahme und durch seine Kenntnisse auch Beförderung fand. Der öftere Besuch der Mül- ler’schen Kunstsammlung auf dem Kohlmarkte verschaffte ihm Gele- genheit auf Verlangen des Eigenthümers derselben einen Plan zu entwerfen, wie auf italienische Art diese Kunstwerke auf dem Ca- valiere des Rothenthurmes aufzustellen wären. Dieser Plan wurde von seiner M. dem Kaiser genehmigt, und der Bau 1797 zu Stande gebracht. Der Künstler erwarb sich die allerhöchste Zufriedenheit und vielseitigen Beifall. Er wurde, als Folge dessen, mit dem Auf- trage beehrt, für die innere Umgestaltung der Kirche auf dem Hofe einen Plan zu entwerfen, wozu als Vorbild das Innere der Kirche St. Maria Major in Rom gewählt wurde. Dieser Plan wurde höchsten Örtes genehmigt und hievon ein Theil 1799 und 1800 in Aus- führung gebracht. Am Ende des Jahres 1799 wurde er von dem Schauspieldirector Schikaneder und seinem Compagnon Zitterbart um die Verfertigung eines Planes zu einem neu zu erbauenden Schauspielhause angegangen, der aber bei der Ausführung manche unvortheilhafte Abänderung erlitt.

In den Jahren 1801 und 1802 hatte er Gelegenheit mittelst der Verfertigung der Plane für den Freiherrn von Fellner zur Verschö- nerung des hohen Marktes beizutragen, ebenso trug auch die Herstellung der beiden Dorotheer- Höfe, wozu die Plane ebenfalls von Aman sind, zur Verschönerung Wiens bei, und auch noch anderes wurde nach seinem Entwurfe bewerkstelligt.

Durch diese geschmackvollen Leistungen hat sich Aman so einen ehrenvollen Ruf verschafft, dass ihn S. M. der Kaiser nach dem Tode des Hofarchitekten Prosche, 1803 zum Hofarchitekten zu er- nennen geruhten.

Im Jahre 1866 wurde ihm von dem Erzherzoge Palatinus der ehrenvolle Auftrag zu Theil, den Plan zur Erbauung eines neuen Theaters in Pesth zu verfertigen. Der Plan erhielt die allerhöchste Genehmigung des Kaisers und zugleich wurde die Oberleitung des Baues dem Künstler anvertraut. Der Grundstein wurde 1808 ge- legt, und das Theater 1812 eröffnet. In demselben Jahre wurde er auch zum k. k. ersten Hofarchitekten ernannt.

Im Jahre 1807 errichtete er zur allgemeinen Zufriedenheit das Trauergerüste in der Augustiner Kirche, 1810 wurde er beauftragt, die durch Wiens Beschießung 1800 geschaffene Beschädigung des Stephansthurmes nach seinem gemachten Vorschlage herzustellen.

In den Jahren von 1811 bis 1813 wurden die Vorschläge zur Verbesserung der entdeckten alten Gebrechen an der Stephans- kirche und ihrem Turme, so wie zur Verbesserung und Verschö- nerung des k. k. Lustschlosses Schönbrunn gemacht und zum Theil in Ausführung gebracht.

Im Jahre 1814 erhielt Aman den Befehl zur Darstellung des k. k. Hofburgs - Bauplans, wie derselbe unter Kaiser Carl VI. projicirt war. Aman’s Plane und Modelle fanden allgemeinen Beifall. Im folgenden Jahre wurde er mit den vielseitigen Festivitäts - Zerich- tungen wegen Anwesenheit der hohen fremden Monarchen von seiner vorgesetzten Behörde beauftragt und 1816 wurde von Aman der Plan der Hofwasserleitungen vom Jahre 1702 bis 1816 histo- risch bearbeitet. Im Jahre 1817 wurde ihm der allerhöchste Befehl bekannt gemacht, die Plane zur Erbauung eines neuen Hof-Thea- ters zu entwerfen, welches Auftrages er sich durch Vorlegung der Modelle und der Plane entledigte. In den Wintermonaten 1817 bis 1819 stellte er das k. k. Lustschloss Schönbrunn in dem gegen- wärtigen Stande her, und 1813 und 1820 hatte er den allerhöch-

sten Auftrag, einen Plan zu dem neuen Thier-Spitale zu entwerfen, der jedoch nicht zur Ausführung kam. Im Jahre 1810 verfertigte er die Modelle und Plane für die Glashäuser im kaiserlichen Pri- vatgarten auf der Landstrasse, deren ein grosser Theil 1820 zu Stande kam.

Seit mehreren Jahren arbeitet er an der Darstellung der k. k. Hofburg von ihrer Entstehung bis auf gegenwärtige Zeit, Archiv für Gesch. etc. 1824. N. 102.

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