Alunno, Niccolò

Alunno, Niccolò, Maler von Fuligno, im 15ten Jahrhunderte. In den Gemälden dieses Meisters ist schon eine Annäherung zum Ed- len und Schönen sichtbar, obgleich man in den Formen und in der Ausführung auch keine schöne Wahl erwarten darf. Er war den berühmteren Malern der umbrischen Schule in jenem nur ih- nen eigenthümlichen Ausdrucke fleckenloser Seelenreinheit, zum Höchsten aufsteigender Schnucht und gänzlicher Hingebung in süss -schmerzliche und schwärmerisch -zärtliche Gefühle um 5ahr- zchende vorangegangen.

Lanzi I. 334 d. Ausg. setzt die Zeit seiner meisten Arbeiten zwi- schen 1458–1490, und ist geneigt, seine Thätigkeit bis über 1500 hin- auszudehnen. Vasari nennt ihn einen vortrefflichen Maler zur Zeit des Pinturicchio. Dieser Schriftsteller erwähnt einer Brüderschafts- fahne, welche Alunno zu Assisi gemalt habe; eine andere, welche auf feiner Leinwand sehr wohl a tempera (er malte nicht in Oel) gemalt ist, befindet sich zu Perugia in der Kirche Sta. Maria nuova, und trägt die Aufschrift: societas annunciate fecit fieri hoc opus 1466. Uebrigens malte Alunno nach einer Inschrift, welche Mariotti noch gesehen, schon 1458. Um hatte er in Fuligno schon eine fe- ste Werkstätte angelegt.

Auffallend von derselben Hand sind auch alle Tafeln mit der Aufschrift: Nicolai Fulginatis opus, und Alunno ist daher der seit Vasari bekannte und übliche Zuname. In der Pfarrkirche des Fle- ckens La Bastia befindet sich eine Madonna zwischen zwei Engeln unter einem gotischen Giebel und auf goldenem Grunde andere Figuren, mit der Unterschrift: Hopus Nicolai Fulginatis 1474. An- der Staffel sieht man einen todten Christus von weinenden Engeln umgeben, ähnlich denjenigen, die Vasari im Dome zu Assisi be- wunderte und sie für unübertrefflich erklärte. Vot dieser Pieta Alunno’s befinden sich im Dome zu Assisi noch Überreste, sie sind aber hie und da in ein neueres Altargerüste eingelassen. Be- sonders zu erwähnen ist die Tafel des Seitenaltars der Augustiner- kirche St. Niccolò zu Fuligno, welche von Antwerpen her, wohin die Franzosen sie versetzt hatten, wieder in ihre Heimath zurück-

gekehrt ist. Indess haben die Franzosen den Gradino und das Felde, auf dem die Aufschrift steht, mit dem Jahre 1402 zurückbe- halten. In dem hier vorhandenen ist die Farbe tief, das Gefühl energisch. Der hl. Nicolaus blickt aus seinem, nach der Weise dieses Malers, eigenen Gehäuse mit dem lebhaftesten Gefallen auf das Christuskind hierab, auf welches St. Joseph ihn aufmerksam zu machen scheint.

F. von Rumohr’s ital. Forschungen II. 316 f.

Hr. v. Quandt, Anmerkung zu Lanzi I. 334, sagt: Niccolò Alunno darf nicht mit Niccolò Deliberatore, oder überhaupt einem Maler Namens Niccolò da Fuligno verwechselt werden. Eben dieser ge- lehrte Commentator vermutet wegen der Kraft der Färbung bei Alunno Kenntniss der Ölmalerei.

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