Als er nach mehreren Versuchen zu dem folgenden Resultat gekommen war, fasste er den Entschluss, sich nun der Kupferstecherkunst zu widmen, und begab sich nach München zu Oberkogler, und später zu dem berühmten H. Zips.
Unter der Leitung des Letzteren machte er bald solche Fortschritte, dass er nicht nur den Lehrer bei seinen Arbeiten unterstützen konnte, sondern von demselben auch mit der Bearbeitung zweier schwerer Platten nach dessen Zeichnung beauftragt wurde. Aus jener Zeit ist auch eine Nachbildung des hl. Johannes von Frölich zu erwähnen, die allgemeinen Beifall fand. Seine erworbenen Kunstfertigkeiten setzten ihn in den Stand, 1814 die Akademie zu München besuchen zu können, wo er, während seines zweijährigen Aufenthaltes, den größten Teil seiner Zeit auf das Zeichnen nach der Natur und der Antike verwendete, auch in der Galerie nach Zurbaran’s hl. Bruno und eine Madalena von Carlo Dolce zwei Zeichnungen fertigte, um unter der Leitung des Professors Hess erstere zu radieren und letztere in der Grabstein-Technik auszuführen.
Im Jahre 1816 trat er die Reise nach Rom an, wo er sich ebenfalls mit Eifer dem Studium der Kunst und ihrer Ausübung widmete. Wie sehr er an Trefflichkeit, in der Zeichnung und an Kraft der Behandlung gewann, zeigen seine ersten Arbeiten nach Thorwaldsen’s Werken, die so sehr den Beifall des berühmten Meisters fanden, dass er ihm ausschliesslich mehrere Arbeiten nach seinen Sculpturen übertrug. Hieher gehört besonders eine Chariotis, ferner eine Sphera, nach einer lebensgrossen Statue für die Baronesse Humbold gearbeitet, und die Statue eines Schäfers, vom ungemeiner Klarheit und Zartheit der Ausführung.
Sein erster Kupferstich, durch welchen Amsler’s Talent 1818 bekannter wurde, war das Bildnis des Malers Fohr, nach einer Zeichnung von Bahrdt. Neben den Arbeiten nach Thorwaldsen beschäftigte ihn auch die rechte Seite des von Cornelius zum „Niebelungen Liede“ gezeichneten Titelblattes, dessen andere Hälfte Bahrdt stach. Noch ist das Portrait Pius VII., nach Herrmants Zeichnung zu erwähnen, ein ausgezeichnetes Blatt in 4.
Im Jahre 1820 kehrte Amsler wieder ins Vaterland zurück, wo er eine kleine Madonna mit dem Kinde, nach Rafael, in runder Form zu stechen begann, kehrte aber im nämlichen Jahre wieder nach Rom zurück, um den Triumphzug Alexanders, nach Thorwaldsen, in Kupfer zu bringen. Vier Platten vollendete er hier, nebst dem Porträt des Meisters, nach Begas, ein sprechendes Bild. Auch mehrere Zeichnungen nach Rafael fertigte er, worunter die Grablegung im Palast Borghese besonders zu rühmen ist.
Gegen das Ende des Jahres 1824 kehrte er in die Heimat zurück, und säumte nicht, neben der Fortsetzung des in Rom begonnenen Triumphzuges, nach Thorwaldsen, sogleich den Stich der Grablegung zu beginnen, den er 1831 vollendete.
Im Jahre 1828 erhielt er den Ruf als Professor an die k. Akademie zu München, in welcher Eigenschaft er zum Ruhme der Anwesenden wirkte. Er hat Raphael, oder vielmehr Amsler, den Charakter des unsterblichen Meisters übertragen, und zwar in der Tiefe des Ausdruckes und in der Korrektheit der Zeichnung weit übertrifft, sowohl in seiner Grablegung nach Raphael, als auch in der von Volpato gezeigten, dessen Gegenstand er weit übertraf, sowohl in Correktheit der Zeichnung, als in der Tiefe des Ausdruckes. Er hat getreu den Charakter des unsterblichen Meisters.
sters wiedergegeben. Er folgte hier, wie in seinen übrigen Werken, mit Ausnahme der dana, nach Carlo Dolce, worin er
der Manier des R. Morghen folgte, die einfache Stechweise der Alten zum Grunde, um der Bestimmtheit und Strenge der Umrisse des Originals keinen Abbruch zu tun. Von der neuen Behandlungs- weise brachte er nur so viel in eine glückliche Verbindung, als ihm nötig schien, dem Ganzen dadurch auch eine malerische Wirkung zu geben. Die Sicherheit und Festigkeit der Hand in Führung der Schneidnadel, die Reinheit des Grabstichels, der leichte und zierliche Schwung der Linien und das sichtbar vorherrschende Streben, mit immer strengerer Consequenz, die Taille nicht nur nach der Lage und Bewegung der Muskeln anzulegen, sondern sie auch in ihrer Führung, so viel nur möglich, gleichsam wie aus sich selbst entspringend und fortlaufend erscheinen zu lassen, das alles charakterisiert Amsler nicht allein als einen gewandten Techniker, sondern auch als denkenden Künstler; der, mit dem hohen Grad erworbener Kunstfertigkeit nicht zufrieden, rastlos be- strebt ist, auch dieser noch bei seinen Werken eine solche Bedeuts- ung zu geben, dass sie dadurch an Wahrheit und Natur not- wendig gewinnen müssen.
Ein erstes ausgezeichnetes Blatt ist Christus, nach Dannecker’s be- rühmter Statue, nach Leybold’s Zeichnung gestochen. Amsler hat hier die Aufgabe mit der größten Treue gegen sein Original und mit bewunderungswürdiger Sicherheit der Zeichnung, Reinheit und Kräfte der Ausführung gelöst. Die Gestalt tritt aus einem schattierten Grunde in kräftiger Rundung hervor, und die Modellierung des Einzelnen lässt weder an Bestimmtheit noch an Zartheit etwas zu wünschen. Die Behandlung des Grabstichels ist, wie es der Gegenstand erforderte, weniger eng und scharf als in seinen früheren Blättern. Das Blatt ist in folio und von Dannecker dem Andenken der verewigten Kaiserin Mutter, Maria Federowna, von Russland, und der verewigten Königin, Catharina Paulowna, von Würtemberg gewidmet.
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