Allori, Christoph, Sohn und Schüler des Alessandro, geb. zu Flo- renz 1577, gest. . Dieser Künstler ist nach dem Urtheile vie- ler der größte Maler seiner Zeit. Lanzi nennt ihn den Cantarini seiner Schule. Auch gleichen sie in Schönheit, Anmut und Voll- endung der Figuren einander, nur ist das Ideale in Simone schö- ner, das Colorit des Fleisches bei Cristofano glücklicher. Dies ist um so mehr zu wundern, da er weder die Carracci noch Guido kannte. Alles ersetzte bei ihm ein durchdringender Verstand und ein beharrlicher Fleiss, denn nie legte er den Pinsel nieder, be- vor nicht die Hand dem Geiste vollkommen gehorsam war. Darum, und wegen seiner Laster, die ihn oft von der Arbeit abzogen, sind Bilder von ihm sehr selten und ist er minder bekannt.
Allori verfertigte Historien in einem edlen und würdevollen Style, mit größtem Fleisse ausgeführte Landschaften mit schönen Figuren und geschätzte Porträts. Diese Werke sind grösstentheils im Flo- rentinischen zerstreut; die deutschen Gallerien besitzen wenig von ihm.
Für Allori’s Meisterstück hält Lanzi seinen St. Julian im Palaste Pitti, der einige Zeit in Frankreich sich befand, und einen heil. Menettus, ein kleines aber vortreffliches Bild bei den Serviten zu Florenz. In dieser Stadt befindet sich neben mehreren Bildnissen auch die berühmte Judith mit dem Haupte des Holofernes, wovon der russische Gesandte, H. v. Canicoff, eine schöne Kopie besass, die als Original gilt und 1830 um 200 Thlr. verkauft wurde. Die Judith hat Gandolfi für das Museo Napolitano gestochen. Man sagt, der Künstler habe sich in eine schöne Frau dermassen ver- liebt, dass er sich selbst bewusst war, den Kopf darüber verloren zu haben. Er malte daher seine Geliebte als Judith und gab Ho- lofernes Kopf seine eigenen Gesichtszüge.
Allori hat auch mehrere Meisterwerke Correggio’s, und neben andern die berühmte Magdalena so täuschend kopiert, dass sie vom Original nicht zu unterscheiden ist.
Lanzi I. 202, 224, 226 deutscher Ausg. Fiorillo III. 596.— Bet-
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