Allerdings hat sich Sebald fleißig nach den Stichen seines Verwandten Barthel Beham geübt, diesen in vielen Fällen erreicht

Allerdings hat sich Sebald fleißig nach den Stichen seines Verwandten Barthel Beham geübt, diesen in vielen Fällen erreicht, und er kann durch ihn auch italienische Muster zugeschickt bekommen haben. Sein Stil in der Zeichnung der menschlichen Gestalt ist aber so verschieden von dem seines Lehrers Dürer, und zeigt so viel Schönheitssinn, dass es leichter ist zu glauben, er habe Italien selbst gesehen, als dass er mit dem italienischen Stil nur durch Überlieferungen bekannt geworden wäre. Er führt den Grabstichel fast auf dieselbe Weise wie Georg Pencz, nur noch zarter und nachdrücklicher; man kann nichts deutlicher und sauberer Ausgeführtes sehen, als seine vier kleinen Blätter, welche die Geschichte des verlorenen Sohnes darstellen.

Sebald Beham bezeichnete seine Blätter mit zwei verschiedenen Monogrammen, eine Eigenheit, auf welche bereits Sandrart aufmerksam macht, und bemerkt, dass Beham die zu Nürnberg verfertigten Blätter mit einem P, die zu Frankfurt aber mit einem B bezeichnet habe. Die ersteren sollen in den Jahren von 1510–30, und die letzteren von 1531–49 entstanden sein. Der Gebrauch dieses Doppelmonogramms veranlasste den Irrthum, dass man aus der Person des Künstlers zwei machte, und beide als Brüder ansah. Mehrere deuteten auch das Monogramm eines unbekannten Künstlers auf Beham.

Nach Beham’s Tod machte die Kupferstecherkunst in Deutschland keinen Fortschritt mehr, sie scheint sogar eine Zeitlang Rückschritte gemacht zu haben. Die kleinen Meister, welche nach ihm kamen, verwendeten kein Augenmerk mehr auf Nettigkeit und Präzision; es scheint ihnen mehr daran gelegen gewesen zu sein, eine größere Anzahl Werke zu liefern, als ihnen Schönheit zu verleihen.

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