Algardi, Alexander (1598–1654)

Algardi, Alexander (1598–1654), Bildhauer u. Baumeister , geb. zu Bologna 1598, gest. 1654. Dieser Künstler ist unter den Bildhauern des 17. Jahrhunderts berühmt geworden, ja man hält ihn nach Michelangelo für den größten Künstler seines Faches. Er besitzt auch grosse Vorzüge, besonders Gründlichkeit in den Formen des Nackten, nur strebte er zu sehr nach malerischer Wirkung, wie denn überhaupt die Sculptur im neuern Italien , wenigstens in den späteren Zeiten, jederzeit dem herrschenden Geschmacke in der Malerei folgte. Algardi nahm sich die Carracci zum Muster.

Wie sehr dieser Künstler die Gränzen der Plastik verkannte, zeigt sein ehemals so gepriesenes Relief des Attila. Dieses stellt Leo I. vor, wie er mit Beistand der Apostel Petrus und Paulus den Attila zum Rückzug nötigte, und ist über dem Altare des heil. Leo in der Capelle della Colonna angebracht. Algardi erhielt dafür von Innozenz X. 10.000 Thl. und den Christusorden. Mitteli und Westerhout haben es gestochen. In St. Peter ist von seiner Hand das Grabmal Leo XL gest. von Frezza, und in der Villa Borghese der bekannte Schlafgott, der oft für Antik gehalten wurde.

In St. Paolo zu Bologna ist von ihm der Tod dieses Heiligen, in Sans souci die Profile Homers und Virgils, zwei Medaillons in Marmor, und in Charlottenburg Herkules als Kind. In der k. Glyptothek zu München sieht man ein knieendes Christuskind, welches das Kreuz hält, in weissem Marmor, und in der Gallerie des Herzogs von Leuchtenberg zwei kämpfende Amore, oder der Sieg der geistigen Liebe.

Als Baumeister zeigte sich Algardi zu Rom mit der Villa Pamfili, die nach seiner Angabe ausgelührt ist; ein sehr unerfreuliches Werk aber, hinterließ er in der Fagade der Kirche S. Ignazio, und den

Hochaltar in St. Niccolò Tolentino nennt Milizia ein Meisterstück von Künstlermissbrauch.

Man glaubte, dass Algardi mit St. Guillain die Handwerker und Ausrufer der Stadt Bologna gestochen habe, und dass namentlich das Portrait des Hannib. Carracci, an der Spitze des Werkes, seine Arbeit sei, allein das Ganze ist nur St. Guillains Arbeit, wie Bartsch XIX. 74. und Brulliot dict. des monog. I n. ed. Nr. 422 versichern. Einige schreiben ihm auch einen Christus am Kreuze zu, ferner die Befreiung der Seelen aus dem Fegfeuer und einen Blinden mit seinem Hunde. Es ist nicht ausgemacht, ob ihm die beiden ersten angehören, wahrscheinlich aber ist der Blinde ein Werk des P. Faccini, woran Algardi keinen andern Theil hat, als dass er einige Verse seiner Composition hinzusetzte. Noch schreibt man ihm einen Buchtitel zu, welcher Amor und das Glück vorstellt, wie sie einen jungen Krieger krönen. Das Blatt ist Alcx. Al. be- zeichnet.

Es wurde auch nach Algardi mehreres gestochen: von Dorigny die Bildsäule Innozenz X., von Dawe das Basrelief einer heil. Fa- milie, von J. Frey das Crucifix u. a.

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