Alcamenes, Bildner aus Athen

Alcamenes, Bildner aus Athen , den Quintilian (12. 10) neben Phidias setzt, und spätere (Tzetzes chil. 8. 103) meinen, er habe sogar mit dem Meister um den Preis der Vortrefflichkeit gerungen. Allein wahrscheinlicher ist der Wettstreit mit seinem Mitschüler Agoracritus. Der Gegenstand betraf das Bild einer Venus, womit A. den Preis davon trug, aber, wie Plinius angibt, mit Unrecht, bloss durch die Gunst seiner Mitbürger. Dieses scheint Hirt (Gesch. der Kunst bei den Alten S. 141) die sogenannte Venus in den Gärten gewesen zu sein, das erste vollendete Venusbild des Alterthums, aber noch immer bekleidet und noch nicht in dem bestimmten Ideal. Lucian (imag. II. 6.) schätzte an ihr besonders die Schönheit der Wangen, die vorragenden Gesichtstheile, die wohlgeformten Handgelenke, die niedlichen Finger.

Ein bedeutendes Werk scheint zu Theben im Tempel des Herkules die kolossale Gruppe des Herkules und der Minerva gewesen zu sein, welche Thrasibul und sein Anhang aufstellen liess. Dieses geschah Ol. 44. und folglich muss der Künstler ein hohes Alter erreicht haben. Andere bekannte Götterbilder waren in Athen der Mars, der Vulcan , die Statue des Bacchus von Gold und Elfenbein und die dreigestaltete Hekate in der Burg, das erste Bild dieser so dargestellten Göttin. In Mantinea war die Statue des Asklepios , und eine schöne Siegerstatue in Erz. Für das hintere Giebelfeld des Tempels zu Olympia, das Pausanias V. 10. 42. beschreibt, verfertigte er den Kampf der Lapithen mit den Centauren.

Baron von Stackelberg hält diesen Künstler auch für den Urheber der phigalischen Bildwerke, welche 1814 um 60.000 spanische Piaster für das britische Museum angekauft wurden.

Ob eines der Götterbilder des A. vorbildlich wurde, ist nicht bekannt. Hirt glaubt, seine Erfindungen mögen viel beigetragen haben, den Charakter des Mars, so wie wir die Statue des Gottes noch in Paris sehen, zu fixiren. Auch zur Feststellung des Ideals Vulcan’s mag er beigetragen, und sein Bacchus dürfte sich dem Ideale dieses Gottes schon genähert haben.

Visconti hält eine Statue des Parisermuseums, angeblich Achilles darstellend, für die Nachahmung eines bronzenen Vorbildes von Alcamenes. Jedoch sind Kopf und Beine, auf deren Beschaffenheit Visconti hauptsächlich seine Vermuthung gründet, angesetzt. Sillig führt in seinem Cat. artif. diese Achillesstatue nicht an. Man vermutet auch, dass der Ludovisische Mars von seiner Erfindung sei.

In der Villa Albani ist von A. seine eigene Bildnissstatue, sitzend mit dem Modellirstabe und eine Büste in den Händen haltend.

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