Albe Bacler d’, Louis Albert Guillain

Albe Bacler d’, Louis Albert Guillain, Baron, geb. zu St. Pol 1762, gest. 1824, ein als Militär und als Künstler ausgezeich- neter Mann. Er genoss eine sorgfältige Erziehung, und folgte vor- züglich seiner Neigung zur Kunst. Er begab sich daher als 20jähriger Jüngling nach Italien, und fühlte sich am Fusse der Alpen von den majestätischen Scenen so ergriffen, dass er sich zu Sallanche niederliess und durch zahlreiche Gemälde, deren Gegenstände er in Deutschland und der Schweiz gesammelt hatte, sich Ruhm verschaffte. Beim Zuge der französischen Armee nach Italien schloss er sich derselben als Artillerie-Lieutenant an, und fand auch hier bald Gelegenheit, sich Ruhm zu erwerben. Man fühlte das Bedürf- niss einer Generalcharte zum Behufe der militärischen Operationen, und Bacler d’Albe wurde mit dem Entwurfe derselben beauftragt. Da ihm alle Mittel zu Gebote standen, kam in kurzer Zeit die schöne Charte des Kriegsschauplatzes in Italien in 30 Bl. zu Stande. Er blieb zu Mailand als Director des Kriegsdepots, und sah schon der Vollendung der letzten 10 Platten der Charte entgegen, als der

Wechsel des Krieges die Früchte seiner Arbeit vereitelte. Seine kostbare Sammlung von Zeichnungen und die 20 ersten Platten fielen nämlich mit allen seinen Effekten dem Feinde in die Hände, und er erhielt sie erst wieder von dem Österreichischen Gouver- nement, als die verlorenen schon beinahe wieder aufs neue verfertigt waren. Hierauf liess er die Fortsetzung der Charte Italiens in 22 Bl. folgen, und gab zu gleicher Zeit treffliche Memoiren über die Chartenstecherkunst heraus, welche im Auszuge im „Memorial topographique“ zu lesen sind.

Auch kehrte er wieder zur Kunst zurück, und brachte sein Mei- sterstück zu Stande: die Schlacht von Arcule, ein Ölgemälde von grosser Dimension, das zu Trianon aufgestellt wurde, und dessen Kopie bei Oenone, welcher die Gallerie Malmaison zierte. Zugleich malte er auch ausgezeichnete Landschaften in Gouache, und gab eine Folge von Gegenden um Paris heraus.

— Im Jahre 1814 erhielt Bacler den Rang eines General - Directors des Kriegsdepots, wurde aber 1815 bei den politischen Ereignissen dem Privatleben zurückgegeben. Jetzt ergreif er mit Freuden wieder den Pinsel, den er nur im Enthusiasmus verlassen hatte. Von dieser Zeit an erschienen seine Souvenirs pitto. lithograph. de la

Schweiz, seine Promenades pittoresques und die Vues pittoresques du Haut-Faucigny etc.

Seine Carte Italiens bleibt stets ein rühmliches Andenken seines Talentes.

Mehreres über diesen Künstler S. Revue encyclop. 1826. 1.

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