Agricola, Carl, Maler und Kupferstecher zu Wien , aus Reichenberg bei Memmingen gebürtig. Dieser geschickte Künstler lieferte geistreiche Blätter und malte daneben trefflich in Miniatur. Unter seinen Blättern sind mehrere in kleinem Formate nach Füger gefertigt. Selten ist dasjenige, welches den seine Sühne verurteilenden Brutus vorstellt. Ein anderes Blatt nach diesem Meister stellt Homer im Kreise seiner Zuhörer vor. Ferner nennen wir:
Maria mit dem Jesuskinde und Johannes (die sogenannte Jungfrau im Grünen) nach Rafael; gr. fol. i
Die Grablegung nach einer Handzeichnung des grossen Meisters von Urbino ; gr. qu. fol. ; r
Eine heil. Familie nach Parmegianino,
Diana, welche die Schwangerschaft der Callisto entdeckt, nach Dominichino: kl. qu. fol.
Maria mit dem Kinde nach Holbein; Christi Leichnam von einem Engel angebetet, nach A. Carracci; 4. Drei Blätter nach Elzheimer, u. s. w.
In neuern Tagen stach er das Portrait des Herzogs von Reich- stadt so klein in Kupfer, dass es in Ringen und lädeln gefasst werden konnte, und doch ist das Werk meisterhaft in der Ausfüh- rung. Die Mutter des geschiedenen Napoleoniden beehrte den Künstler mit einem schönen Brillantringe. Agricola lebt schon seit 1797 in Wien.
Agricola, Philipp — berühmter Maler zu Rom und Zögling der Aka- demie dieser Hauptstadt der Kunst. Seine Studienjahre fallen in eine Zeit, in welcher die Kunstschätze Roms grösstentheils das Cen- tral-Museum zu Paris zielen mussten und daher hatte er die vielseitige Anregung nicht, die später nach der Rückkehr der herrlichsten Kunstwerke einen mächtigen Einfluss auf seine künstlerische Bil- dung übte. Von dieser Zeit an wurde seine Zeichnung reiner, das Colorit besser, die Gestalten gewannen mehr an Adel und Erhaben- heit und der Ausdruck ward diesen entsprechend. Das Resultat seines Studiums zeigte eine heil. Familie, die er 1819 für den Gra- fen Monticelli ausführte. Trefflich war auch 1822 das Portrait der Kronprinzessin von Dänemark, ein Bild, das damals allgemein gerühmt wurde (S. Kunstblatt 1827). In demselben Jahre er- regte er auch durch eine schöne Madonna allgemeine Bewunde- rung und 1824 durch das Bildnis der Gräfin Perticari, der Toch- ter des berühmten Monti. Ein herrliches Gemälde ist auch seine Venus mit Amor und meisterhaft das Portrait des Dichters Monti. Besonderen Ruhm erwarb er sich aber durch zwei Gemälde, welche Petrarca und Laura und Dante mit Beatrice darstellen. Letzteres, von Marchetti schön gestochen, wiederholte er öfter. Man rühmte die Tiefe des Ausdruckes, die Zartheit und lebendige Frische der Färbung und das Markige des Pinsels. Im Jahre 1829 sah man auf der Mailänder Kunstausstellung eine heil. Magdalena, abzuziehen — man hielt dieses Bild sowohl an Colorit als an Zeichnung dieses Künstlers unwürdig, Rückschritte wird wohl dieser vortreff- lich Meister nicht gemacht haben?
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