Ageladas, Bildhauer aus Argos , ragte durch seine Werke als einer der vorzüglichsten Künstler hervor, ist aber noch mehr dadurch berühmt, dass aus seiner Werkstätte die drei grössten Meister der zur Vollendung eilenden Kunst, Myron, aus Eleutherae, Phidias , aus Athen und Polyeuktos, aus Argos hervorgegangen sind.
Die Werke des Ageladas beginnen mit Ol. 80, wo Kleosthenes aus Epidamnus zu Olympia mit dem Viergespann siegte, der erste, welcher daselbst den Siegeswagen und seine Bildsäule aus Erz als Weihgeschenk aufstellte. Ageladas goss sie sammt der des Wa- genlenkers in Erz, und dazu den Siegeswagen mit vier Rossen. Zu Olympia standen von ihm auch die Bildsäulen des Timasitheus aus Delphi und des Anachus aus Tarent , wie Pausanias versichert. Ihm gehören auch noch Zeus als Knabe und ein unbärtiger Hera -
Ageladas. — Aglaophon. 27
kles zu Aegium und zu Delphi Rosse und gefangene Frauen der Mesapier, ein Weihgeschenk der Argiver.
Nach Winckelmann’s Meinung ist von diesem Künstler die colossale Muse, einst im Barberinischen Palast, jetzt in der prachtvollen Glyptothek des königlichen Ludwig von Bayern . Sie bezeichnet den Gipfel der Kunst in den Zeiten vor Phidias. Jetzt ist sie als Apollo restauriert. Abgebildet bei Bracci 1. Aggr. 25,
F Bei der chronologischen Anordnung der Nachrichten über den
Ageladas stellen sich Hindernisse entgegen. Plinius setzt ihn an die Spitze einer durcheinandergeworfenen Reihe, von Künstlernamen, die er unter Ol. 87 zusammenbringt; Pausanias lässt ihn den Zeus verfertigen, welchen die Messenier auf Ithome hatten, als sie Nau- aktus besassen. Dieses fällt in die 81. Ol., und erst nach dieser keit, mehr als 62 Jahre nach dem Siege des Kleosthenes, kann jener Zeus entstanden sein. Indem es unmöglich scheint, dass Ageladas noch so spät thätig gewesen, so hat man dadurch die Schwierigkeiten beseitigt, dass man einen Sykonier Ageladas an- nahm und ihn von dem berühmten argivischen Meister dieses Na- mens trennte.
Die Thätigkeit dieses jüngern Ageladas fällt demnach in die 81 bis 88. Ol., in welcher Zeit der Zeus auf Ithome und der Herakles Alexikakos in Melita zur Zeit der großen Pest, Ol. 87, 3 aufgestellt wurde. Gegen die (höchst wahrscheinliche) Trennung des Ageladas in einen älteren und jüngeren Künstler desselben Na- mens, hat sich Sillig, cat. artificum 15, und K. O. Müller in Phidiae vita 16. erklärt. S. Thiersch über die Epochen der bildenden Kunst unter den Griechen. Zweite Auflage. München 1820. Hier sind S. 159 ff. die Gründe entwickelt, warum der gelehrte Verfasser zur Annahme eines doppelten Ageladas gekommen, und die Einwendungen der bezeichneten Archäologen angegeben.
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