Adler, Christian, berühmter Porzellan-Maler, geb. zu Triesdorf bei Ansbach , gegenwärtig Obermaler und Materie-Inspektor an der königl. Porzellan-Manufaktur zu München . Er kam im sechsten Jahre mit seinen Eltern nach England und blieb dort bis 1802. Ins Vaterland zurückgekehrt, trat er in das Atelier des Prof. Naumann zu Ansbach und übte hier die Kunst, bis er 1808 das Fach der Porzellan-Malerei ergreifen musste. Von dieser Zeit an be- suchte er mehrere Fabriken, bis er 1811 durch den verstorbenen In-
Spector Melchior einen Ruf nach München erhielt, wo er zugleich drei Jahre auf der königl. Akademie mit allem Eifer studirte. Im J. 1815 wurde er bei der k. b. Porzellan-Manufaktur als Malerei- Aufscher angestellt, und von dieser Zeit an widmete er mit allem Eifer seine Kunst dem Dienste der Anstalt, die jetzt neben den er- sten Europas steht.
Adler verfertigte Werke, in Vasen- und Plattengemälden beste- hend, die unter der Regierung des höchstseligen Königs Max fast an alle Höfe Europas als Geschenke versendet wurden. Es sind dieses wahre Prunkgefässe, die den Ruhm der bayerischen Manu- faktur verkünden und den Namen des Künstlers der Nachwelt si- chern.
Im Jahre 1827 begann er die Fortsetzung der herrlichen Samm- lung von Porzellan-Gemälden nach den besten Originalien der k. Pinakothek, welche Se. Maj. der König Ludwig in einem eigenen Saale derselben aufstellen lassen wird.
Adlers Copien lassen weder in Beziehung auf treue Nachahmung, noch in Hinsicht der freien, kraftvollen und sorgfältigen Ausfüh- rung etwas zu wünschen übrig. Ein wahres Meisterstück ist sein Bildniss Giorgione’s, nach des letzteren eigenhändigem Ge- mälde, in der k. Gallerie zu München. Ausgezeichneter Erwäh- nung verdienen auch die Bildnisse des Cardinals Rospigliosi nach Velasquez; des Franziskaner-Mönchs, nach Rubens, alle auf Plat- ten, von 10 Zoll ins Gevierte, gemalt, Rafael’s Bildniss stellte er auf einer 15 Zoll hohen und 14 Zoll breiten Platte dar, Nach diesem Meister copirte er auch die Madonna Tempi und die heil. Familie auf einer Platte von 22 Zoll im Quadrate, ein Werk, das der Grösse und der Meisterschaft der Ausführung nach zu den sel- tensten und herrlichsten Erzeugnissen der neueren Schmelzmalerei
ehört. Noch müssen die Portraite S. M. des Königs Ludwig und S. M. der Königin Therese erwähnt werden, welche der Künstler auf mehreren Platten und Vasen nach Stieler’s Original-Gemälden darstellte.
Mit Auszeichnung muss auch die Vase genannt werden, welche das Portrait Albrecht Dürer’s zeigt und die als Geschenk nach
- Severis kam, so wie die große Platte mit der Madonna, nach Leo- nardo da Vinci, im Besitze des Grafen von Schünborn.
Ein ausführliches Verzeichniss von den Werken dieses Künstlers s. Dr. G. K. Nagler’s Gesch. der k. Porzellan-Manufaktur in den bayer. Annalen, Jahrg. 1853.
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