Adam, Heinrich

Adam, Heinrich, Bruder Albrechts, trefflicher Zeichner, Kupfer- stecher und Landschaftsmaler , wurde zu Nördlingen geboren. Auch er war, wie sein Bruder, zur Conditorei bestimmt. Doch sah sich der Vater nach mehrjährigem vergeblichem Bemühen ihn für sein Geschäft tüchtig zu machen, endlich genöthigt, der Neigung des Sohnes zur Kunst nachzugeben. Heinrich kam 1807 nach Augs- burg, radirte da anfangs Ausschneidbilder und zu colorirende Schlacht- stücke, wählte aber zu seinem Studium die Landschaft. Im J. 1808 kam er nach München. Hier erkannte er erst in den herrlichen Kunstschätzen, die sich seinem Auge darboten, die höhere Bestim- mung des Künstlers, zugleich aber auch die grossen Schwierigkei- ten, die derselbe auf seinem Wege zu bekämpfen hat.

In München arbeitete er für das grosse Werk des geheimen Raths von Wiebeking einige Platten aus, und nahm selbst einige Brücken nach der Natur auf. Im S. 1811 machte er mit seinem Bruder seine erste Reise nach Italien , hielt sich längere Zeit am Comer-See auf, und radirte dort für einen Kunsthändler in Mailand eine grosse Platte nach Albrecht Adams Gemälde, welches italienisches Militär in reichen Gruppen vorstellt. Das Gegenstück fertigte er das näch- ste Jahr in München. Aus dieser Zeit sind auch vier radirte An- sichten vom Comer-See in nicht unbedeutender Grösse und mehrere andere Blätter für Kunst- und Buchhändler. Auch für das Werk des Grafen von Rechberg über russische Costums lieferte er meh- rere Blätter. Im Jahre 1813 radirte er in Mailand sechs Jagdstü- cke nach seines Bruders Gemälden, und nach seiner Rückkehr in’s

Adam Albrecht. — Adam Pierre. 19

Vaterland arbeitete er einige Zeit in Augsburg und Memmingen für Kunst- und Buchhändler. Später nahm ihn das malerische Reisewerk Alb, Adam’s im landschaftlichen Fache in Anspruch, auch fing er an, sich der Ölmalerei zu widmen und arbeitete in der Folge beständig im Fache der Landschaftsmalerei.

Im Jahre 1810 machte er die dritte Reise nach Italien und führte da mehrere Zeichnungen vom Comer-See aus. Nach seiner Rück- kehr arbeitete er mehrere seiner Skizzen in Ölgemälden aus. Im J. 1822 radirte er in Landshut, auf Bestellung des Buchhändlers Krüll, sechs Ansichten von Landshut und der Umgegend, und malte eine Ansicht von Como für den höchstgeliebten König Max. Nach vier Jahren bereiste er beinahe ganz Bayern in Folge einer Bestel- lung auf 24 colorierte Handzeichnungen von Städten, die nachher von G. Kraus lithographiert wurden.

Die Erzeugnisse seiner späteren Jahre sind ein lithographiertes Zeichnungswerk für Anfänger, in vier Heften, mehrere andere lith. Blätter, viele Ölgemälde und Handzeichnungen, welche sich in den Händen verschiedener Kunstliebhaber befinden.

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